Liste mit 42 Sehenswürdigkeiten in Berlin

1. Alexanderplatz

Der Alexanderplatz hieß ursprünglich „Ochsenplatz“ oder „Ochsenmarkt“, denn noch bis ins 19. Jahrhundert diente er als Woll- und Viehmarkt. Seinen heutigen Namen erhielt er im Frühjahr 1805, als der russische Zar Alexander in Berlin weilte.

Seit dem Ende des 18. Jahrhunderts wurde sein südlicher Teil als Exerzierplatz genutzt, deshalb nannte man ihn auch „Paradeplatz“. Im Jahre 1882 wurde erst ein Bahnhof für den Nah- und Fernverkehr, dann im Jahre 1913 ein U-Bahnhof gebaut. So entwickelte er sich zu einem wichtigen Verkehrsknotenpunkt.

Im Jahre 1895 wurde das damalige Wahrzeichen des Platzes, eine 7,5m hohe, in Kupfer getriebene Figur der „Berolina“ aufgestellt. Im Jahre 1927 mußte sie der U-Bahnerweiterung weichen und erst im Jahre 1933 erhielt sie einen neuen Standort. Es dauerte aber nicht lange, bis im Jahre 1944 wurde sie für die Kriegswirtschaft gebraucht und landete in dem Schmelzofen. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde der Alexanderplatz völlig zerstört. Seit 1969 steht die zehn Meter hohe Weltzeituhr, die Uhrzeiten vieler verschiedener Städte der Welt zeigt und der „Brunnen der Völkerschaft“ mit seinen vielen Wasserschalen.

Der heutige Alexanderplatz wird als Fußgängerzone genutzt, umgeben von einem großen Bahnhof, mehreren Kaufhäusern, kleineren Geschäften und Kinos. Es wird dort oft im Sommer Streetball oder Beachvolleyball gespielt. Als Touristenattraktion gelten die Männer mit ihrem Bauchladengrill. Alfred Döblin veröffentlichte im Jahre 1929 seinen Roman „Berlin Alexanderplatz“ und setzte damit dem Platz ein literarisches Denkmal.

2. Alte Bibliothek

Die Alte Bibliothek wurde am Bebelplatz ab 1775 nach Plänen Johann Bernhard Fischer von Erlachs im hochbarocken Stil erbaut. Sie entwickelte sich schon bald zu einem wichtigen Zentrum der Aufklärung. Die Westseite des Forums nannte man wegen ihrer geschwungenen Formen einfach „Kommode“.

Sie war die im 1661 vom Großen Kurfürsten gegründete und bis dahin im Schloß untergebrachte Königliche Bibliothek. Auf Weisung des Königs kopierte Georg Christian Unger den 50 Jahre älteren Entwurf Fischer von Erlachs für die Wiener Hofburg.

So entstand zwischen 1775-80 die Berliner Kopie, die älter und originaler wirkte als das Vorbild. Im Gegensatz zur viergeschossigen Fassadengliederung besaß das Innere nur zwei Geschosse. Seit 1914 sind hier Räume der Universität untergebracht. 1945 brannte die Alte Bibliothek ab, nach den Kriegszerstörungen wurde sie im Inneren bis 1969 modern aufgebaut.

Am 10. Mai 1993 fand zwischen Alter Bibliothek und Oper ein Autodafe statt, bei dem ca. 20.000 Bücher unliebsamer Autoren in Flammen aufgingen. 1995 wurde in Erinnerung daran das Mahnmal „Versunkene Bibliothek“ eingeweiht. Es ist eine Kunststoffplatte im Platzpflaster, durch die man in einem darunter liegenden Raum leere Bücherregale sieht.

„Dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man am Ende auch Menschen“
Heinrich Heine

3. Berliner Dom

Die Geschichte des Berliner Doms reicht bis ins Mittelalter zurück. Im Jahre 1465 erhob Papst Paul II. die mit einer Pfarrstelle ausgestattete St. Erasmus Kapelle im neu erbauten kurfürstlichen Schloß zu Cölln an der Spree zum Kollegialstift. Im Jahre 1469 wurde an der Schloßkapelle ein Domstift gegründet. Aus der damals üblichen Bezeichnung solcher Stiftskirchen als Domkirche rührt der heutige Name her.

Im Jahre 1536 verlegte Kurfürst Joachim II. das Domstift in die ehemalige Dominikanerkirche südlich des Schlosses. Die Mönche wurden nach Brandenburg / Havel umgesiedelt. Drei Jahre später führte der Kurfürst mit Luthers Unterstützung die Reformation ein und der Dom wurde zu einer lutherischen Kirche. 1608 wurde das Domkapitel aufgelöst und der Dom zur obersten Pfarrkirche in Cölln an der Spree erklärt.

Fünf Jahre später trat Kurfürst Johann Sigismund mit seinem Sohn und einem Teil des Hofstaates zum Calvinismus über, so wurde der Dom reformierte Hof- und Pfarrkirche. Zwischen 1747-1750 ließ Friedrich der Große nördlich des Stadtschlosses von Johann Boumann einen barocken Neubau errichten, deshalb mußte die vom Kurfürsten bestimmte Familiengrablege wegen Baufälligkeit abgerissen werden.

Johann Boumann errichtete am heutigen Ort ein schlichtes Gotteshaus mit Tambourkuppel, das vom Schinkel 1817-1822 umgebaut wurde. Es blieb jedoch architektonisch unbefriedigend. Im Jahre 1817 initiierte und verkündete König Friedrich Wilhelm III. anläßlich der 300. Wiederkehr des Reformationstages die Kirchenunion zwischen Lutheranern und Reformierten in Preußen.

Im Jahre 1828 legte Schinkel neue Pläne nach Art einer fünfschiffigen Basilika frühchristlicher Form vor. Die im Jahre 1842 begonnene Arbeiten wurden im 1848 eingestellt. In dieser Zeit entwarf Stüler das Modell eines riesigen Kuppelbaus mit vier Türmen vergeblich. Ein Wettbewerb im Jahre 1867 scheiterte, da die Jury keinen Entwurf für angemessen hielt.

Erst im Jahre 1888 kam durch Julius Raschdorff, Architekturprofessor an der TH Charlottenburg, wieder Leben in die Sache. Er plante drei nebeneinanderliegende Zentralräume mit Tambourkuppeln und einen riesigen Turm. Auch dieser Versuch scheiterte, aber der neue Kaiser Wilhelm II. ermunterte Raschdorff zu einem neuen Vorschlag, der in deutlich reduzierten Maßen schließlich verwirklicht wurde, obwohl die Bauakademie, die Dombaukomission und der Domkirchenkollegium es aus stilistischen, liturgischen und akustischen Gründen ablehnten.

Doch der Kaiser setzte sich über alle Kritik hinweg und errichtete vom Landtag eine Zuschußbewilligung von 10 Millionen Mark. Im Jahre 1894 wurde der Grundstein gelegt, 1905 fand die Einweihung statt. Der Dom wurde im Jahre 1944 schwer beschädigt und konnte die Hauptkirche erst 1993 wieder in Benutzung genommen werden.

4. Die „Berliner Mauer“

Die Berliner Mauer war das Symbol des geteilten Deutschlands. Bis August 1961 war die Grenze zwischen Ost- und West-Berlin geöffnet. Täglich überquerten eine halbe Million Menschen die Sektorengrenze. Zur gleichen Zeit trafen sich die Führer der ehemaligen kommunistischen Parteien des Ostblocks in Moskau und beschlossen, die Grenze zwischen Ost- und West-Deutschland zu schließen.

Am 12. August im Jahre 1961 unterschrieb Walter Ulbricht, der damalige Staatsoberhaupt der DDR, die Befehle, die Grenze zu schließen. Die Mauer wird gebaut: die Eisenbahn, Straßen und S-Bahn-Linien wurden unterbrochen, U-Bahnhöfe geschlossen und blieben sogar Friedhöfe nicht verschont. Von da an bis 1989 dürften die DDR Bürger nicht mehr in den Westen reisen.

Am 9. November 1989 wurde auf einer Pressekonferenz von Günther Schabowski die Aufhebung der Reisebeschränkungen für DDR-Bürger bekanntgegeben. In dieser Nacht strömten die Ost-Berliner zur Mauer und gelangten in den Westteil der Stadt. Hunderttausende feierten aus Ost- und West-Berlin. Somit wurden die Mauer und die dazugehörigen Grenzabfertigungen überflüssig.

Bereits ein Jahr nach dem Mauerfall war nahezu die komplette Berliner Mauer abgerissen. Die verbliebenen Stücke dienen heute als Gedenkstätten, sowie z. B. die „East Side Gallery„. Sie ist ein Teil der Berliner Mauer in unmittelbarer Nähe des Ostbahnhofs und der Bernauer Straße. Entlang des damaligen Verlaufs der Berliner Mauer wurde auf allen öffentlichen Straßen und Plätzen ein Pflastersteinstreifen eingefügt. Zwischen Ostbahnhof und Oberbaumbrücke wurde die größte Open-Air-Galerie der Welt am 28.9.1990 eröffnet.

118 Künstler aus 21 Ländern haben einen 1.316 Meter langen Abschnitt der Berliner Mauer, der 1991 unter Denkmalschutz gestellt wurde, mit verschiedenen Motiven bemalt. Die bekanntesten Motive sind „Bruderkuß“ von Dimitri Vrubel, „Vaterland“ von Günther Schäfer sowie „Berlin – New York“ von Gerhard Lahr. Die in den letzten Jahren stark angegriffenen Bilder wurden im Jahr 2000 restauriert. Die Kunstwerke befinden sich leider trotz Restaurierungen nur noch in einen bescheidenen Zustand.

5. Botanischer Garten Berlin

Wie eine Oase breitet sich das „Grüne Juwel“ des Berliner Botanischen Gartens aus. Dieses Pflanzenparadies blickt auf eine über 300-jährige Tradition zurück. Auf Anordnung des Großen Kurfürsten wurde im 1679 auf dem Gelände der heutige Kleistpark ein landwirtschaftlicher Mustergarten angelegt, der sich im Laufe der Zeit zu einem Botanischen Garten entwickelte. Der Garten wurde nach über 200 Jahre zwischen 1897-1910 aus Platzgründen nach Dahlem verlegt.

Der Botanische Garten umfaßt heute eine Fläche von über 43 ha und gehört somit zu den größten und bedeutendsten Botanischen Gärten der Welt. Rund 22.000 verschiedene Pflanzenarten werden hier kultiviert. Man findet hier eine 13 ha große Pflanzengeographische Abteilung, 6000qm umfassende Gewächshäuser und ein 14 ha großes Arboretum. Die Systematische Abteilung bietet Einblicke in die verwandtschaftlichen Beziehungen bei Gehölzen und krautigen Pflanzen.

Diese artenreichen Lebenssammlungen stellen zusammen mit den Sammlungen dauerhaft präparierter Pflanzen und der reichhaltigen Bibliothek die Grundlage der wissenschaftlichen Arbeit über Artenvielfalt und Lebensformen der Pflanzen dar. Der Botanische Garten eröffnet den Besuchern die Möglichkeit, die Schönheit der Pflanzenvielfalt zu genießen und das eigene Wissen über die Pflanzenwelt zu erweitern.

Der Botanische Garten ist eine Insel in der Stadt. Er liegt zwischen den Gebäuden der Freien Universität Berlin und vielbefahrenen Straßen. Die Pflanzenpflege in den Gewächshäusern wird weitgehend ökologisch betrieben. Dazu gehören offenbar auch Kröten, Käfer und andere Tiere.

Die meisten Bäume sind etwa einhundert Jahre alt. Sie wurden ab 1903/1904 gepflanzt. Nun feiert der Botanische Garten in diesem Jahr sein einhundertjähriges Jubiläum am Standort Dahlem. Der Umzug von Schöneberg nach Dahlem dauerte bis 1910, die Außenanlagen wurden aber 1904 vollständig für das Publikum zugänglich. Deshalb wird am 13. Juni 2004 das einhundertjährige Gartenjubiläum gefeiert. Und 2010 kann man eigentlich noch einmal feiern…

Der Botanische Garten Berlin ist heute der zweitartenreichste Botanische Garten weltweit. Nur Kew Gardens in Großbritannien hat mehr Arten zu bieten. Der Publikumsgarten ist jedoch nur ein Teil der Einrichtung, die mit vollständigem Namen „Botanischer Garten und Botanisches Museum Berlin-Dahlem“ heißt und eine Zentraleinrichtung der Freien Universität Berlin ist.

Jährlich werden 30.000 bis 40.000 Pflanzen und Pflanzenteile an Berliner Schulen und Hochschulen geliefert, um dort als Anschauungs- und Übungsmaterial zu dienen. In der Pflanzengeographischen Abteilung sind verschiedene Vegetationszonen aller Kontinente nachempfunden, so daß man innerhalb weniger Schritte von den Hochalpen über die Pyrenäen nach Japan oder China und zur Amerikanischen Prärie gelangen kann.

Abends ist der Botanischer Garten ein Schauplatz für vielfältige Aktivitäten. Im Sommer finden hier zahlreiche Cocktailnächte und Konzerte statt, z. B. die „Freitags-Konzerte“, unter anderem in Kooperation mit dem Deutschen Symphonie- Orchester Berlin. Das Neue Glashaus ist auch für eigene Veranstaltungen zu mieten oder sogar im Mittelmeerhaus Eheschließung ist möglich.

6. Brandenburger Tor

Das Brandenburger Tor ist das wichtigste Wahrzeichen Berlins und das Symbol der deutschen Einheit. Kaum ein Berliner Bauwerk kann sich in Sachen Symbolkraft mit ihm messen. Es ist das letzte erhaltene Stadttor Berlins und war fast 30 Jahre von der Mauer verschlossen. Zehn Jahre nach dem Dreißigjährigen Krieg wurde im 1658 begonnen, Berlin zu einer Festung auszubauen und an der Stelle des heutigen Brandenburger Tores ein Stadttor entrichtet.

Als das Bürgertum im 18. Jahrhundert immer mehr Einfluß gewann und der König sich einen würdevollen Abschluß der Straße Unter den Linden wünschte, stellte man einen Plan zur Verschönerung Berlins vor. Aber schon damals vergingen etliche Jahre bis zur Umsetzung des Planes. Das Tor wurde erst vom 1788 bis 1791 von Carl Gotthard Langhans nach dem Vorbild der Propyläen zu Athen am Pariser Platz gebaut.

Es ist 26m hoch und 65m breit. Die tiefe des Mittelbaues mit seinen fünf Durchfahrten beträgt 11m. Die dorischen Sandsteinsäulen nach ionischer Art haben am Fuß einen Durchmesser von 1,5m.

Im Gegensatz der zu ihm nachfolgenden Herrscher unterschätzte der König die historische Bedeutung des Brandenburger Tores und blieb der Eröffnung am 06. August 1791 fern. Es fand weder eine Parade noch eine Eröffnungsfeier statt. Zur Eröffnung fehlten noch die Bildwerke und die Quadriga.

Langhans, Schadow und der Kupferschmied Jury hatten bereits Vorstellungen, wie die Quadriga aussehen sollte, wurde aber erst im Sommer 1793 auf dem Brandenburger Tor montiert. Als die französischen Truppen im Oktober 1806 in Berlin einmarschierten und durch das Brandenburger Tor zogen, war das Schicksal der Quadriga besiegelt. Napoleon ließ sie im Dezember 1807 als Kriegsbeute nach Paris abtransportieren.

Erst im 1814 holten die Preußen die Quadriga zurück, jetzt jedoch aber mit einer neuen Trophäe, dem eisernen Kreuz, gekrönt vom preußischen Adler. Paraden, Aufmärsche und Demonstrationen fanden seitdem zu Füßen der Quadriga statt. Torgebäude und Quadriga wurden im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt.

In den letzten Kriegstagen 1945 wurde Berlin in vier Sektoren aufgeteilt, das Tor wurde seiner ursprünglichen Funktion als Stadttor wieder gerecht, es trennte den britischen und sowjetischen Sektor, West und Ost.

Aber noch kann man das Tor passieren. Die Reste der Quadriga wurden 1950 auf Veranlassung der Ostberliner Behörden abgenommen und überwiegend zerstört. Der Wiederaufbau des Tores wird vom Ostberliner Magistrat beschlossen. Der Westberliner Senat bewilligt 1957 die Finanzierung der Herstellung der Quadriga. Die Restaurierung des Brandenburger Tores wird im Juli 1958 beendet und am 1. und 2. August wird die Quadriga auf dem Pariser Platz zusammengesetzt.

Ein Tag später wird jedoch die Quadriga entgegen allen Absprachen heimlich abtransportiert, im Marstall in Ostberlin zwischengelagert und am 16. September das Eiserne Kreuz und der preußische Adler entfernt. Am 27. September 1958 wird sie dann ohne Kreuz und Adler auf dem Brandenburger Tor montiert. Das Tor wurde nach dem 13. August 1961 durch die Sperranlagen des

DDR – Grenzregimes abgeriegelt und damit blieb die Sektorengrenze für knapp 30 Jahre geschlossen. Erst nach dem Fall der Mauer wird das Tor am 22. Dezember 1989 wieder eröffnet. Im Jahr 2000 wurde der Platz vom Brandenburger Tor in Platz des 18. März umbenannt.

Eine rote Linie auf der Fahrbahn vor dem Brandenburger Tor markiert heute den ehemaligen Grenzverlauf der Westmauer, auf der Ostseite fehlt jedoch diese Markierung. Die im Krieg zerstörten Bauten am Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor wurden inzwischen wieder aufgebaut bzw. befinden sich noch im Aufbau.

7. Checkpoint Charlie

Der Checkpoint Charlie war ein wichtiger Kontrollpunkt in den Jahren des Kalten Krieges. Nur Diplomaten, Ausländer und Militärs der Siegermächte dürften die Grenze zwischen Ost und West überschreiten.

Die erste Ausstellung fand diesbezüglich am 19. Oktober 1962 in der berühmten Bernauer Straße in einer Wohnung statt. In ihrer ganzen Länge war die Straße geteilt, die Häuser waren im Osten geräumt und die Fenster zugemauert. Aufgrund zahlreichen Besucher wurde dann nach neuen Räumen gesucht und am 14. Juni 1963 das „Haus am Checkpoint Charlie“ eröffnet.

Es war die sogenannte „Insel der Freiheit“ im letzten Gebäude direkt vor der Grenze. Von dort konnte man alle Bewegungen am Grenzübergang beobachten. Hier waren alle Flüchtlinge willkommen, wurden Fluchtpläne ausgedacht. Heißluftballons, Fluchtautos, Sessellifte und ein Mini-U-Boot haben geholfen Kontakte zu knüpfen.

In der Nähe des Kontrollpunktes entstand das erste Museum des internationalen gewaltfreien Kampfes, das sogenannte „Mauermuseum Haus am Checkpoint Charlie“. Es dokumentiert die Entstehungsgeschichte der Mauer und das Leben der geteilten Stadt von 1961 bis 1989.

8. Denkmal Friedrich des Großen

Auf dem Boulevard Unter den Linden steht als Erinnerung an den großen preußischen König das Denkmal Friedrichs II. Der bronzene „Große Kurfürst“, der Friedrich Wilhelm (1620-1688) verewigt, wurde von Andreas Schlüter 1696-1697 entworfen.

Das war das erste freistehende monumentale Reiterbild in Deutschland. Auftraggeber war Kurfürst Friedrich III., der sich 1701 zum ersten König in Preußen (Friedrich I.) krönte. Mit diesem Denkmal sollte an die Verdienste seines Vaters um das nach dem Dreißigjährigen Krieg erstarkende Kurfürstentum Brandenburg erinnert werden.

Als erstes wurde ein Gipsmodell in Originalgröße 1696/1697 als Grundlage angefertigt. Nach sorgfältiger Vorbereitung wurden dann Pferd und Reiter (3,80 m hoch) vom Johann Jacobi in einem Stück am 22. Oktober 1700 in einem von Schlüter errichteten Gießhaus gegossen.

Anläßlich des 46. Geburtstages des Königs konnte dann das Denkmal am 12. Juli 1703 auf der Langen Brücke zwischen dem Marstall und dem Berliner Schloß auf einem Marmorsockel aufgestellt werden. Die vier Sklavenfiguren am Sockel, die die besiegten Feinde ( Osmanisches Reich, Polen, Schweden und Frankreich) verkörpern, waren zwar schon von Schlüter vorgesehen, wurden aber nach Modellen von Friedrich Gottlieb Herfert, Cornelius Heintzy, Johann Samuel Nahl und Johann Hermann Backer erst 1708/1709 gefertigt und hinzugefügt. Das endgültige 13,5m hohe Reiterstandbild schuf dann Christian Daniel Rauch im Jahre 1851.

Hier wurde der König im Krönungsmantel mit Dreispitz, Krückstock und Stulpenstiefeln dargestellt. Die 150 Figuren an den Sockel zeigen die bedeutendsten preußischen Persönlichkeiten. Die Plazierung führt oft zu heftigen Diskussionen, weil die Militärs sich vorne, Künstler und Wissenschaftler aber ihren Platz unter dem Pferdeschwanz fanden. Beim Neubau der Langen Brücke erhielt das Denkmal 1896 einen neuen Sockel und wurde um vier Stufen erhöht.

1943 wurde das Reitbild vom Sockel geholt und nach Ketzin gebracht. Im Winter 1947 sank das Standbild im Tegeler See und konnte erst 1949 geborgen werden. 1950 wurde es in den Park von Schloß Sanssouci gebracht und auf einem provisorischen flachen Sockel aus Kanthölzern aufgestellt. Erst ein Jahr später wurde eine Kopie des Sockels angefertigt und das Bild mit den originalen Eckfiguren und den Relieftafeln vervollständigt.

Die derzeitige Oberfläche des Standbildes ist stark verschmutzt, muß dringend restauriert werden. Mehrere Vereine und Museen haben sich es zur Aufgabe gemacht, die Finanzierung durch Spenden und Benefizveranstaltungen zu übernehmen. Die Restaurierungsarbeiten sollten bis zum Jubiläum „300 Jahre Charlottenburg“ 2005 abgeschlossen sein.

Die derzeitige Oberfläche des Standbildes ist stark verschmutzt Der ursprüngliche Sockel sowie eine Kopie des Reiterstandbildes, kamen in die Eingangshalle des damals neueröffneten Kaiser-Friedrich-Museums, des heutigen Bode-Museums. Hier ist noch heute der Zustand ohne die Sklaven zu sehen.

9. Deutscher Dom

Die Bezeichnung „Dom“ bezieht sich hier nicht auf die Kirche selbst, sondern auf die architektonische Form der Kuppelbauten. Der Deutsche Dom steht am südlichen Endes des berühmten Gendarmenmarktplatzes. Martin Grünberg entwickelte 1701-1708 aus dem Grundriß der Parochialkirche einen einzigartigen Zentralbau.

Unter Friedrich dem Großen erhielt er einen Kuppelturm mit einem 7 m hohen vergoldeten Skulptur „Siegende Tugend“ und eine Säulenvorhalle. 1881/82 wurde der Dom von Hude und Hennicke auf dem altem Grundriß umgebaut. Der Turmstumpf wurde im Westen entfernt und den Außenbau der Domarchitektur angepaßt.

Die Innengestaltung wurde von Carl von Gontard und Christian Unger 1780-85 vorgenommen. 1943 war die Kirche ausgebrannt und erst mehr als 50 Jahre nach seiner Zerstörung im 2. Weltkrieg erstmals die Außenfassade originalgetreu rekonstruiert.

Das Innere zeigt bewußt die wechselhafte Geschichte des Gebäudes, sowie die Deutsche Geschichte. Seit Oktober 1996 ist der Deutsche Dom für die Öffentlichkeit wieder zugänglich.

Nach dem Mauerfall wurde er wieder neu gestaltet, indem Kirchenraum und Turm miteinander verbunden wurden. Damit ist eines der beeindruckendste Ensembles in Europa wiedererstanden. Im Deutschen Dom wurde heute der Verein für die Geschichte Berlins untergebracht.

10. Ephraimpalais

Eines der schönsten und bedeutendsten Häuser im Nikolaiviertel ist das Ephraimpalais. Es ist ein Rokoko-Bau, die mit seiner abgerundeten Eckfassade, der von Friedrich dem Großen für seinen Hofjuwelier und Münzpächter Veitel Heine Ephraim benannt und nach einem Entwurf von Friedrich Wilhelm Diterichs 1761-64 erbaut wurde. Diterichs gestaltete eine abgerundete Ecke mit toskanischen Säulen, die einen reichverzierten Balkon mit einem vergoldeten Gitter und Putten tragen.

Das Haus erhielt noch vier weitere Balkone und als oberen Abschluß, eine mit Vasen besetzte Balustrade. Ephraim wohnte in dem Haus und vermietete Teile des Palais an Geschäfte. In den 30er Jahren des 19. Jahrhunderts mußte allerdings die komplette Fassade aus verkehrstechnischen Gründen abgetragen werden, weil die angrenzende Straße verbreitert wurde.

So wurde das Palais, das als das schönste Rokokopalais Berlins galt, beim Umbau der Mühlendammbrücke im Jahr 1935 abgerissen. Im 19. Jahrhundert befanden sich hier u. a. Dienstwohnungen höherer Polizeibeamter und das Einwohnermeldeamt. In den 80er Jahren begann der Neuaufbau der eingelagerten Teile, nur 16 Meter vom ursprünglichen Standort entfernt.

Im Zeitraum 1983-1887 baute Franz Klinger das Palais weitgehend originalgetreu auf. Das Gebäude wird seit 1987 für Ausstellungen genutzt. Neben Dauerausstellungen wie „Berliner Kunst von der Zeit Friedrichs des Großen bis 1945“, „Stadtansichten auf Berliner Porzellan – KPM von 1800 bis 1900“ finden auch wechselnde Sonderausstellungen statt.

Hier findet man z. B. die Graphische Sammlung des Märkischen Museums, die heute zur Stiftung Stadtmuseum Berlin gehört. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz. Eine Gedenktafel informiert über die Baugeschichte. Eine weitere Tafel erinnert an die Gründung des Museums für Leibesübungen am 20. 7. 1925 in diesem Haus.

11. Fernsehturm Berlin

Neben dem Alexanderplatz steht der im 1969 eröffnete, 368 Meter hohe Fernsehturm, der auch „Telespragel“ genannt wird. Von hier hat man den besten Blick auf Berlin. Daher ist ein Besuch auf dem Fernsehturm für Touristen auf jeden Fall zu empfehlen. Der Fernsehturm steht auf einem ehemals dicht bebauten Gebiet von Alt-Berlin und ist die einzige Fernsehturm Europas mitten in der Stadt.

In seiner verglasten Kugel befinden sich auf zwei Ebenen ein Aussichtspunkt (203 m) und das Telecafé (207m). Besonderheit ist, daß sich dieses Café in einer Stunde um 360 Grad dreht. Bei guter Sicht kann man 40 km weit sehen. Dadurch kann man den Cafébesuch im Fernsehturm wunderbar mit einer Rundschau über ganz Berlin verbinden. Wenn Sie nur die Aussicht vom Fernsehturm genießen möchten, genügt auch ein Besuch der darunter liegenden Aussichtsebene.

Die Gebäude am Fuß des Fernsehturms wurden erst 1973 fertig gestellt. Es sind Pavillons für verschiedene gastronomische Einrichtungen und Ausstellungen. Eine Treppenanlage mit Lichteffekten und Wasserspielen nimmt die Form der Pavillons auf. Gleich in der Nähe des Fernsehturms befindet sich der 10 m hohe Neptun-Brunnen, entworfen vom Reinhold Begas nach Berninis Tritonen- und Vierströmebrunnen.

Dieser wurde 1891 ursprünglich im Park des Stadtschlosses erbaut und erst später nach seiner Restaurierung 1969 an seinen heutigen Standort verlegt. Er ist umgeben von einem Hofstaat und sieht auf vier Frauengestalten herab, die Elbe, Weichsel, Oder und Rhein verkörpern. Das Brunnenbecken ist aus rotem Granit und hat einen Durchmesser vom 18 m.

Die Geschichte des Berliner Fernsehturm ist zugleich gebunden an die historische Situation des geteilten Deutschlands und der geteilten Stadt Berlin. Nach langen Diskussionen entschied der SED-Parteichef Walter Ulbricht 1964, den Turm statt auf den Müggelbergen in Köpenick am Alexanderplatz bauen zu lassen. Der Berliner Fernsehturm war nicht nur technisch Notwendig, sondern entstand damit in mitten Ost-Berlins ein städtebauliches und politisches Symbol.

In Verbindung mit dem naheliegenden Palast der Republik sollte hier ein weit sichtbares, repräsentatives Bauwerk für den sozialistischen Teil Deutschlands entstehen. Auch nach der Vereinigung 1990 hat der Fernsehturm nichts an seiner Attraktivität verloren. Das Innenleben des Berliner Fernsehturms wurde 1996 generalsaniert, wobei die Haus-, Klima- und Brandschutztechnik komplett erneuert wurden. Rund eine Million Besucher pro Jahr genießen die Aussicht vom Berliner Fernsehturm.

12. Französischer Dom

Die Bezeichnung „Dom“ bezieht sich hier nicht auf die Kirche selbst, sondern auf die architektonische Form der Kuppelbauten. Den Namen „Dom“ erhielt das Gebäude einst durch die Kuppel, die auf französisch „dome“ genannt wird. Bei dieser Namengebung ist es bis heute geblieben. Auf der Nordseite des Friedrichstädtischen Marktes entstand der Französische Dom, entworfen von Louis Cayart 1701-1705.

Er diente den im 17. Jahrhundert eingewanderten Hugenotten als Gotteshaus. Louis Cayart nahm die 1688 zerstörte Hauptkirche der Hugenotten in Charenton bei Paris zum Vorbild. Jedoch sind der Französische und Deutsche Dom keine Kirchen. Friedrich der Große ließ sie erbauen, um dem Platz am Gendarmenmarkt italienischen Glanz zu verleihen. Der Französische Dom wurde teilweise von der Französischen Gemeinde genutzt.

1905 wurde er von Otto March im Inneren völlig umgebaut und 1943 wieder völlig zerstört. Er wurde erst 1978-83 im Sinne Marchs wiederhergestellt. Statt der Emporen wurde eine Zwischendecke eingezogen und so entstanden nun zwei voneinander getrennte und übereinander liegende Räume.

Seit 1929 beherbergt der Dom das Hugenottenmuseum. Im Inneren wird der Französische Dom prachtvoll präsentiert. Spiralförmig winden sich die Treppen mit 254 Stufen nach oben. Im 70 m hohen Turm erklingt täglich um 12, 15 und um 19 Uhr ein 60-teiliges Glockenspiel.

Der Künstler Götz Lemberg 1999 belebte den Französischen Dom auf eine ganz ungewöhnliche Weise. Mit seiner Licht-Klang-Installation „EX-ANIMO“ ließ er den Dom in ungewohnten Tönen und Farben erscheinen. Heute nutzen viele Firmen und Institutionen den Dom für Veranstaltungen und Ausstellungen.

13. Friedrichstrasse

Die Friedrichstrasse erstreckt sich auf einer Länge von 3,3 km in Nordsüd Richtung quer durch die Berliner Mitte, vom Oranienburger Tor bis zum Mehringplatz am Halleschen Tor. Die Straße war durch die Berliner Mauer von 1961-1989 getrennt und nur am legendären „Checkpoint Charlie“ passierbar. Hier überquerten die alliierten Streitkräfte, Diplomaten, Botschaftsangehörige und Ausländer die Grenze und genauso standen sich hier 1961 die sowjetische und amerikanische Panzer gegenüber.

Die Friedrichstraße hatte eine wichtige historische Bedeutung, unter Friedrich Wilhelm I. diente sie als Marschstraße zum Exerzierplatz auf dem Tempelhofer Feld, später in der Zeit von Wilhelm II. passierten hier die Truppen auf dem Weg vom Manöver zum Schloß. Der Friedrichstadtpalast, somit die erste Markthalle Berlins wurde im 1869 eröffnet, der ab 1874 als Zirkus diente und 1919 zum Großen Spielhaus umgebaut wurde, mußte aber wegen faulender Gründungspfähle 1985 geschlossen und abgerissen werden.

Dafür wurde ein neuer Friedrichstadtpalast errichtet und 1984 eröffnet. Es wurde mit modernster Bühnentechnik, Schwimmbecken für Wasserballett und mit Eisbahn für Eisrevuen ausgestattet. 1882 war die Eröffnung der Stadtbahnhof, aber erst ab 1896 fuhr hier die erste elektrische Straßenbahn. Schon im kaiserlichen Berlin wurde die Strasse zur Vergnügungs- und Geschäftstrasse.

Heute ist die Friedrichstrasse eine berühmte Einkaufstrasse Berlins, umgeben vom historischen Bauten sowie der Admiralpalast und das Metropoltheater. Luxus, Eleganz, zahlreiche Cafés, Bars, Restaurants, mit Kultur, Opern, Theater und Varietés, Banken, große Firmen, Rechtsanwaltskanzleien, Auto-Showrooms, Hotels, Designer-Ateliers und Buchhandlungen bieten den Besuchern ein extravagantes Ambiente.

Herausragend sind die drei durch Stararchitekten neu errichteten und durch eine unterirdische Passage miteinander verbundenen Komplexe der Friedrichsstadtpassagen. Der Glaspalast des Kaufhauses wurde nach Plänen Jean Nouvels erbaut. Im Inneren befinden sich edles Parfüm, französische Mode und Delikatessen, edle Accessoires für die Küche, Boutiquen von Prada bis Gucci, medizinische Institute und die Zentrale von Coca-Cola.

14. Fruchtbarkeitsbrunnen

Der Fruchtbarkeitsbrunnen aus rotem Prophyr wurde am Arnswalder Platz zwischen 1927-34 gebaut. Es ist ein Spätwerk von dem damals sehr bekannten Bildhauer Hugo Lederer (1871-1940). Der Platz wurde im Jahre 1933 umgestaltet und mit einer besonders großen Brunnenanlage in der Mitte ausgestattet.

Die Fruchtbarkeit wird durch die Schnitterin mit Ährenbündel, den Fischer mit Netz, den Schäfer mit Widder und die Mutter mit Kind symbolisiert. Er ist mit seinem Sockel 6,35 m hoch und seine Schale in der Mitte hat einen Durchmesser von 8 m und wird von zwei Stieren flankiert. Deswegen wird er oft auch „Stierbrunnen“ genannt. Der Platz blieb bis heute in dieser Form erhalten und steht unter Denkmalschutz.

15. Galopprennbahn Hoppegarten

Östlich von Berlin liegt die Galopprennbahn Hoppegarten. Das erste offizielle Rennen erfolgte am 17. Mai 1968 in Anwesenheit des Reichskanzlers Otto von Bismarck und König Wilhelms I. Die Anlage hatte am Anfang eine Größe vom 780 ha, fünf Bahnen mit insgesamt 45.000 m Länge und 1500 Pferde. An den Spitzrennen nahmen bis zu 40.000 Besucher teil. Die heutige und einzige Galoppanlage für Berlin und Umland ist 480 ha groß und verfügt über eine Renn-, mehrere Trainerbahnen und Hinderniskurse.

Die Haupttribüne für 4000 Zuschauer wurde im Jahre 1922 errichtet und blieb bis heute mit dem denkmalgeschützten Waagegebäude und Jockey-Stube erhalten. Carl Bohm gestaltete die Anlage nach den Pariser Rennbahnen Chantilly und Longchamp. Der Union-Klub erwarb das Gelände im Jahre 1874 von Heinrich von Treskow und veranstaltete die wichtigsten deutschen, europäischen und internationalen Flachrennen.

Nach 1945 wurde der Klub enteignet und ging die Geschäftsführung an den VE-Rennbetrieb über, ab 1974 an den VEB Vollblutrennbahnen. Das letzte DDR-Derby und das letzte Rennen um den Großen Preis der DDR fanden am 24.06.1990 und 05.08.1990 statt. Heute ist der Union-Klub erneut Eigentümer.

Die Rennsaison läuft von April bis Oktober im 14-tägigen Abstand, Rennbeginn ist meistens um 14 Uhr. Derzeit sind hier zwischen 10-15 Rennen zu sehen, darunter der mit damals 150.000 DM dotierte Prix Zino Davidoff, das BMW-Europa-Championat und Berlin-Brandenburg-Trophy jeweils mit 200.000€ dotiert. Sieg-, Satz- und Dreierwetten könnten mit einem Mindesteinsatz von circa 1,25 DM gewettet werden. Vor jeder Wette und vor jedem Rennen kann man sich Pferde und Reiter hinter der Tribüne anschauen.

Hier finden die höchstdotiertesten Pferderennen Deutschlands mit einer Gewinnsumme mit mehreren 100.000 € statt. Gelegentlich kann man hier aber auch andere außergewöhnliche Veranstaltungen, sowie Kamelrennen, Military Reitturniere, Ausstellungen und klassische Musikkonzerte anschauen.

16. Gedenkstätten in Berlin

Zuchthaus Brandenburg

Die Strafanstalt Brandenburg-Görden wurde zwischen 1927 und 1935 errichtet. Die für circa 1800 Gefangene errichtete Musteranstalt des „humanen Strafvollzuges“ wurde nach der Machtübernahme durch Nationalsozialisten am 30. Januar 1933 zum Instrument für die Verfolgung von Andersdenkenden und politischen Gegnern. Hier waren in erster Linie kriminelle und politische Häftlinge, die zu langjähriger oder zu lebenslanger Zuchthausstrafe verurteilt waren, zum Tode Verurteilte oder Kriegs- und Untersuchungsgefangene. Der Anteil der politischen Gefangenen stieg in den Kriegsjahren auf bis 60% an. Im Jahre 1940 wurde Im Zuchthaus Brandenburg-Görden wurden zwischen 1940 und 1945 durch die NS-Justiz rund 1800 Gegner des Regimes hingerichtet. Der Gebäudetrakt, in dem sich die Hinrichtungsstätte befanden, beherbergt seit 1975 eine Gedenkstätte, aus der 1992 die Dokumentationsstelle Brandenburg hervorgegangen ist. Sie betreut die Gedenkräume, pflegt und erweitert das Archiv und die Sa mmlungen und führt pädagogische Projekte mit Schülern und Jugendlichen durch.

Das Zuchthaus Brandenburg 1933 bis 1945

Die für ca. 1800 Gefangene geplante Strafanstalt Brandenburg-Görden wurde zwischen 1927 und 1935 errichtet. Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten am 30. Januar 1933 wurde die als Musteranstalt des „humanen Strafvollzuges“ konzipierte Strafanstalt zum Instrument für die Verfolgung von politischen Gegnern, Andersdenkenden und sonstigen missliebigen Personen. Im Zuchthaus Brandenburg waren in erster Linie kriminelle und politische Häftlinge, die zu langjähriger oder lebenslanger Zuchthausstrafe verurteilt waren, zum Tode Verurteilte, „Sicherungsverwahrte“, Untersuchungsgefangene und Kriegsgefangene inhaftiert. War in den ersten Jahren der Anteil der politischen Gefangenen noch relativ gering, so stieg er in den Kriegsjahren auf bis zu 60 Prozent an. Die Errichtung einer Hinrichtungsstätte im Jahre 1940 steht ebenfalls im Zusammenhang mit einer kriegsbedingten Verschärfung des nationalsozialistischen Terrors gegen Widerständigkeit und Verweigerung in der eigenen Bevölkerung. Ab Ende 1942 wurden alle „Sicherungsverwahrten“, Juden, Sinti und Roma, Russen und Ukrainer in Konzentrationslager überstellt. Am 27. April 1945 befreiten sowjetische Truppen das Zuchthaus Brandenburg-Görden, das zu diesem Zeitpunkt mit ca. 3600 Häftlinge belegt war. Aus den Todeszellen konnten rund 180 Häftlinge befreit werden.

Hinrichtungsstätte

1940 wurde das Zuchthaus Brandenburg-Görden auch Hinrichtungsstätte. In einem bis dahin als Garage genutzten Bereich wurden ein Fallbeil und eine Vorrichtung zur Hinrichtung durch Erhängen installiert. Vom 1. August 1940 bis zum 20. April 1945 wurden im Zuchthaus Brandenburg-Görden 2743 Menschen hingerichtet. Darunter befanden sich 1722 Menschen, die aus politischen Gründen zum Tode verurteilt worden waren. Die meisten Todesurteile verhängten Sondergerichte oder der „Volksgerichtshof“ auf der Basis von Gesetzestexten, die einen weiten Interpretationsspielraum ließen.

So heißt es in den Justizakten zur Begründung des Todesurteils über den 72jährigen Hugo Härtig aus Berlin-Kaulsdorf, der 1944 in Brandenburg hingerichtet wurde: „Der VU (Verurteilte), der von jeher marxistisch gesinnt war und sich 2 Jahre lang durch ständiges Hören von Feindsendern vergiftet hat, hat im 5. Kriegsjahr einen unterirdisch lebenden Kommunisten dreimal illegales Quartier verschafft und auch Flugblätter (…) weitergegeben.“

Unter den Hinrichtungsopfern waren politische Häftlinge aus fast allen Ländern Europas. Neben vielen Deutschen starben in Brandenburg-Görden Tschechen, Slowaken, Polen, Österreicher, Belgier, Franzosen, Bürger aus den Staaten der ehemaligen UdSSR, Niederländer, Jugoslawen, Italiener, Norweger, Schweden, Luxemburger, Spanier, Ungarn und Briten. Unter ihnen waren fast alle sozialen und weltanschaulichen Gruppen vertreten: Kommunisten, Sozialdemokraten, Konservative, Liberale, Geistliche, Unternehmer, Intellektuelle, Studenten, Juristen, Arbeiter, Angestellte, Landwirte, Angehörige der Wehrmacht, Ärzte und Lehrer. Unter den Opfern befanden sich auch 16 Männer, die im Zusammenhang mit dem gescheiterten Attentat auf Hitler vom 20. Juli 1944 hingerichtet wurden, sowie über 100 Bibelforscher (Zeugen Jehovas), die meistens wegen Verweigerung des Wehrdienstes mit dem Tode bestraft wurden. Das jüngste Opfer war der Franzose Henri Delst, der im Alter von 15 Jahren unter dem Fallbeil starb. Das älteste Opfer war der 72jährige Deutsche Georg Herzberg.

Zuchthaus Brandenburg nach 1945

1945 bis 1947 nutzten die sowjetischen Militärbehörden und der sowjetische Geheimdienst NKWD das Zuchthaus Brandenburg-Görden zur Internierung von Kollaborateuren (hauptsächlich Angehörige der Wlassow-Armee) und als Untersuchungsgefängnis des NKWD sowie des in Brandenburg tätigen sowjetischen Militärtribunals.

1949/50 nahm die Regierung der DDR die Einrichtung wieder für den Strafvollzug in Betrieb. Neben vielen kriminellen Häftlingen wurden hier auch NS-Täter und Kriegsverbrecher, aber auch zahlreiche Regimegegner, Teilnehmer des Aufstandes vom 17. Juni 1953, gescheiterte „Republikflüchtlinge“, Zeugen Jehovas, Homosexuelle, Ausreisewillige und Bürgerrechtler inhaftiert. Das Zuchthaus Brandenburg galt als eine der gefürchtetsten Haftanstalten in der DDR.

1990 wurde die Anlage durch das Justizministerium des Landes Brandenburg übernommen. In den nächsten Jahren soll die Justizvollzugsanstalt Brandenburg umfassend modernisiert und erweitert werden.

Mahnen und Gedenken

1975 wurde in den Räumen der ehemaligen NS-Hinrichtungsstätte eine Gedenkstätte eröffnet. Der Hinrichtungsraum wurde originalgetreu rekonstruiert. Bei der in der Gedenkstätte gezeigten Guillotine handelt es sich um ein originales Fallbeil aus der NS-Zeit. Das tatsächlich in Brandenburg verwendete Fallbeil befindet sich im Deutschen Historischen Museum in Berlin.

Am 1.1.1988 gründete das Ministerium für Kultur der DDR die Nationale Mahn- und Gedenkstätte Brandenburg mit der Aufgabe, ein „Museum des antifaschistischen Widerstandskampfes“ zu errichten, in dem der „Widerstand der Arbeiterklasse unter der Führung der KPD“ dokumentiert werden sollte. Ausschlaggebend war dabei die Tatsache, dass der damalige Staats- und Parteichef der DDR, Erich Honecker, von 1936 bis 1945 als politischer Häftling hier einsaß. Honecker hatte als führender Funktionär des Kommunistischen Jugendverbandes nach 1933 die Untergrundtätigkeit seiner Organisation geleitet. 1935 verhaftet, war er vom „Volksgerichtshof“ zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt worden. Zur geplanten Eröffnung des Museums zum 50. Jahrestag der Befreiung 1995 kam es durch die politische Wende in der DDR im November 1989 nicht mehr.

1992 löste die Landesregierung Brandenburg die Nationale Mahn- und Gedenkstätte Brandenburg auf. Ihr folgte die Dokumentationsstelle Brandenburg, die 1993 Bestandteil der neu gegründeten Stiftung Brandenburgische Gedenkstätte wurde.

17. Kaiser-Wilhelm-Gedächniskirche

Historismus/Nachkriegsmoderne West Erbaut von Franz Schwechten 1891-95 und Egon Eiermann 1959-63 Als „hohler Zahn“ wurde sie zum Symbol des aus Ruinen auferstandenen West-Berlin, vor ihrer Zerstörung war sie das Wahrzeichen des vornehmen und vergnügungssüchtigen „Neuen Westens“: die Gedächtniskirche, wie sie verkürzt genannt wird, errichtet 1891-95 zur Erinnerung an den ersten deutschen Kaiser Wilhelm I., initiiert von seinem Enkel Wilhelm II. Franz Schwechten, königlicher Oberbaurat und u.a. Architekt des Anhalter Bahnhofs, entwarf einen kreuzförmigen, vieltürmigen Bau im Stil der rheinischen Spätromanik. Der Turm über der Hauptfassade war mit 113 Metern der höchste der Stadt, die Innenausstattung außergewöhnlich prächtig.

Nach der Kriegszerstörung sollte ursprünglich im Inneren der Ruine eine Glaskirche entstehen, doch ließ man den Plan bald wieder fallen. Statt dessen wurde ein Wettbewerb ausgeschrieben, den Egon Eiermann mit seinem Entwurf eines völligen Neubaus gewann. Doch der hohle Zahn war bereits zum Wahrzeichen geworden, die Pläne setzten die größte und leidenschaftlichste Architekturdebatte der Berliner Nachkriegsgeschichte in Gang. Selbst Walter Gropius schaltete sich ein und sprach von „Deutschlands schönster Ruine“.

Eiermann ließ sich zu einem Kompromiß überreden, wenn auch nicht überzeugen. Erhalten blieb der 68 Meter hohe Torso des Turmes (als Ausstellungsraum genutzt), der von einem vierteiligen Neubauensemble in die Mitte genommen wird. Vor das alte Hauptportal plazierte Eiermann den Kirchenbau, an die Stelle des einstigen Kirchenschiffs den Glockenturm. Die ganze Anlage steht auf einem erhöhten Podest, aus dem zu beiden Seiten die flachen Nebengebäude der Gemeindekapelle und des „Foyers“ hervorstoßen

  • 1891-1895 erbaut von Franz Heinrich Schwechten
  • 1943 durch Luftangriffe zerstört
  • 1951-1961 nach Plänen von Egon Eiermann modern wiedererrichtet

Die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche ist von Wilhelm II. als religiöser Erinnerungsort für seinen Großvater in Auftrag gegeben worden.

Der Bau wurde im Stil der Neoromanik ausgeführt und zitierte zahlreiche romanische Kirchen des Rheinlandes. Der ursprüngliche Bau war von beeindruckender Monumentalität und Größe. Schon allein seine fünf Türme gaben ihm auf dem zentralen Platz im westlichen Berlin eine beherrschende Wirkung. Wilhelm II. wollte den Kirchbau zum Zentrum eines ganzen romanischen Forums machen. Von diesem wurden aber nur zwei Bauten verwirklicht.

Die Ausschmückung im Innern der Kirche, vor allem die Mosaiken, sollten an das Leben und die Taten des alten Kaisers erinnern.

Die Luftangriffe des II. Weltkrieges ließen die Kirche als Ruine zurück, deren Wiederaufbau heftige Diskussionen entfachte. Die ursprüngliche Absicht, die Reste der alten Kirche für einen Neubau gänzlich abzutragen, konnte nicht durchgeführt werden. Stattdessen entstanden die Neubauten nach Plänen von Egon Eiermann in Ergänzung zu dem als Ruine erhaltenen Turm. Dieser 1961 abgeschlossene Aufbau in Verbindung und Kontrast von Zerstörtem und Neuem bildet einen unzweifelhaften Höhepunkt in der Nachkriegsarchitektur.

Die am Kurfürstendamm gelegene Gedächtniskirche ist ein Mahnmal für Frieden und Versöhnung, das weltweit bekannte Wahrzeichen für den Aufbauwillen Berlins der Nachkriegszeit. Die Gedächtniskirche ist ein Ensemble aus der Kirchenruine und den sie umgebenen modernen Bauten, das sich durch den starken Kontrast zwischen Moderne und Historie auszeichnet. Die Neoromanische Kirche, welche an die Glorie des ersten deutschen Kaisers erinnern sollte, wurde in ornamentalen Stil 1891-95 nach Plänen von Schwechten erbaut. Nachdem die Kirche bei einem Bombenangriff 1943 zerstört wurde, sollte die Ruine, welche den Berlinern stets die Schrecken des Krieges vor Augen führte, für den geplanten Neubau 1956 abgerissen werden. Nach einem leidenschaftlichen Proteststurm wurde die Integration der Ruine in den Neubau beschlossen.

Der moderne Bau entstand 1959-61 nach Plänen von Egon Eiermann und besteht aus drei Elementen. Die Konstruktion besteht aus wabenförmigen Betonelementen, in die Glasbausteine eingelassen worden sind. Der Kirchturm mit Tauf- und Traukirche besitzt einen sechseckigen Grundriss. Im Innern des achteckigen Kirchenschiffes erzeugen die farbigen Glasbausteine ein intensives blaues Licht und meditative Ruhe. Der kleinste rechteckige Bau war als Sakristei geplant, er beheimatet heute die Stadtmission. Die Gedenkhalle im alten Turm ist ein Ort der Mahnung gegen Krieg und Zerstörung.

18. Kurfürstendamm

Der Kurfürstendamm wurde schon seit dem 16. Jahrhundert als Dammweg zum kurfürstlichen Jagdschloß im Grunewald benutzt. Seine Anlage als großstädtischer Boulevard verdankt er dem späteren Kanzler Bismarck und dessen Liebe zum Reitsport: Um bei der Befestigung der Straße am Ende des letzten Jahrhunderts einen Reitweg zum Grunewald zu erhalten, bat er den Kaiser, diesen in die Mitte legen zu lassen, beidseitig flankiert von gepflasterten Fahrwegen, Bürgersteigen und Vorgärten. So entstand 1883-1886 der Kudamm mit seiner stolzen Breite von 53 m, die fortan den großzügigen Charakter dieses berühmten Berliner Boulevards bestimmte.

Zu Ehren Kaiser Wilhelms I. wurde in den Jahren 1891 bis 1895 am östlichen Ende des Kurfürstendamms die Gedächtniskirche errichtet.

Eine Dampfbahn führte vom Zoologischen Garten zu den Ausflugslokalen am Halensee und zu der neu entstehenden Villenkolonie Grunewald. Doch erst die Jahrhundertwende brachte dem Ku´Damm gesellschaftlichen und kulturellen Glanz, wovon in der Fasanenstraße noch drei erhaltene Stadtvillen – Literaturhaus, Käthe- Kollwitz- Museum, Villa Griesbach – zeugen. Die prächtige Synagoge, die auf der Nordseite des Kurfürstendamms in der Fasanenstraße stand, wurde 1938 in der Progromnacht durch Brandstiftung zerstört. Nur das alte Portal, das in das neu erbaute jüdische Gemeindezentrum eingefügt wurde, läßt heute noch ihre Schönheit ahnen.

Das von F. Schwechten im neuromanischen Stil erbaute Gotteshaus wurde am 22. 11. 1943 bei einem Luftangriff schwer beschädigt. Der Entschluß zum endgültigen Abriß war schon getroffen, als sich über 10 000 empörte Berliner mit Protestbriefen an den Berliner „Tagesspiegel“ wendeten. Sie hatten damit Erfolg: Es entstand der Neubau der Kirche unter der Leitung des Architekten Egon Eiermann unter Einbeziehung der alten Kirchenruine.

Der 1961 eingeweihte sechseckige Glockenturm und das achteckige Hauptgebäude wird von den Berlinern übrigens „Lippenstift“ und „Puderdose“ genannt. Der Kurfürstendamm, von den Berlinern salopp Ku’Damm genannt, ist in der Welt berühmt als Einkaufs- und Vergnügungsboulevard: Warenhäuser, Boutiquen, Hotels, Restaurants, Cafés, Bars, Kinos und Theater sind an der insgesamt 3,5 Kilometer langen Straße in Hülle und Fülle zu finden. Das Angebot ist schier grenzenlos und wartet darauf, von Ihnen entdeckt zu werden.

19. Lustgarten

Der anfangs zum Stadtschloß gehörende Lustgarten, dem Heinz Knobloch mit seinem Buch „Berlins alte Mitte“ ein Denkmal setzte, liegt zwischen Karl-Liebknecht-Straße, Kupfergraben, Altem Museum und Berliner Dom. Er gehört zu den traditionsreichen Plätzen der Stadt. Heute stehen dort zwei Doppelreihen mit Linden und eine riesige rote Granitschale. 1646 wurde der einstige, im Dreißigjährigen Krieg verwilderte Küchengarten von Hofgärtner Michael Hanf und Gartenmeister Johann Sigismund Elßholtz als Lustgarten nach holländischem Vorbild angelegt: mit Blumengarten, Orangerie und einem Gewürzgarten. Erstmals wurden hier in Berlin auch Kartoffeln angebaut. Versehen mit zahlreichen Statuen, Grotten, Lusthäusern, Volieren und Fontänen wurde der später für die Öffentlichkeit zugängliche Garten zu einem beliebten Treff der Berliner.

Der Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. hatte keine Lust auf den Lustgarten, ließ ihn verfallen und funktionierte ihn zum Paradeplatz um. Erst ab 1790 wurden auf dem Sandplatz wieder Rasen gesät und Bäume gepflanzt. Nach der Eröffnung des Königlichen Museums 1830 kam 1831 die große Granitschale hinzu. Der Platz erhielt die Handschrift von Peter Joseph Lenné. In der Zeit der Weimarer Republik war der Lustgarten Ort politischer Großkundgebungen. Bei den Nationalsozialisten war dann Schluß mit dem Lustwandeln im Lustgarten. Sie pflasterten den Platz 1934 und machten ihn zum Aufmarschforum. Dem unstillbaren Platzbedarf stand auch die Granitschale im Wege, die in die angrenzende Grünanlage verfrachtet wurde. Nach dem Krieg war der Lustgarten Teil des neu entstandenen Marx-Engels-Platzes (vormals und heute Schloßplatz) und Ort für Kundgebungen und Aufmärsche. Die 1828-1831 von Christian Gottlieb Cantian geschaffene Granitschale steht wieder an ihrem angestammten Platz vor dem Alten Museum.Der Lustgarten wurde 1573 unter Kurfürst Johann Georg als eine Art Küchengarten mit Obstbäumen und Kräutern angelegt. Nach dem Dreißigjährigen Krieg und der Verwüstung, die er auch für den Lustgarten mit sich brachte, ließ der Große Kurfürst den Garten um 1645 nach holländischen Vorbildern mit Springbrunnen und Statuen neu entwerfen; u.a. wurden hier die ersten Kartoffeln angebaut. Der Lustgarten war damals in mehrere Terrassen geteilt, die sich von Süden nach Norden erstreckten.

Durch Memhardt wurde ein Lusthaus – ebenfalls im holländischem Stil – errichtet, dessen „unteres Stockwerk […] eine künstliche Grotte mit einer Sammlung von Muscheln, Korallen, allerlei Steinen und merkwürdigen Naturalien als Schmuck der Decke und Wände malerisch angeordnet enthielt Neben dem Lusthaus wurde 1652 das Pomeranzenhaus, ein Ziegelrohbau mit acht großen nach Süden weisenden Fenstern, angelegt, das 1655 durch einen Fehler im Heizsystem abbrannte, im folgenden Jahr wieder aufgebaut wurde, aber schon 1658 endgültig dem Bau der Residenzbefestigung weichen mußte

1688 wurde der Lustgarten durch den Bau einer Orangerie ergänzt. „Bis dahin kannte man in Berlin nur Markt-, Kirch- und Exerzierplätze. Der Lustgarten ist der erste und älteste Gartenplatz in Berlin.“ (Krieger, S.8) Er war der Öffentlichkeit frei zugänglich. Unter Friedrich Wilhelm I. wurde der Lustgarten 1713 zu einem Exerzierplatz umgebaut. Die Statuen und die Orangerie wurden nach Charlottenburg gebracht.

1738 wurde die obere Etage des Lusthauses an Berliner Kaufleute vergeben, die dort ihre Börse einrichteten. Die unteren Räume beherbergten eine Bildhauerwerkstatt. 1798 wurde das Lusthaus abgerissen, ein neues Börsengebäude wurde an seiner Stelle errichtet und am 5. August 1805 eingeweiht. Später zog die Börse aus Platzgründen in die Burgstraße um.

„Einmal während seines hundertjährigen Bestehens als Exerzierplatz diente der Lustgarten auch einer rein höfischen Festlichkeit. Damals fand aus Anlaß des Besuches des Markgrafen Friedrich von Bayreuth und seiner Gemahlin Wilhelmine, der Lieblingsschwester Friedrich des Großen, dort ein Ritterspiel mit Lanzenstechen und Speerwerfen statt. Der Lustgarten hatte sich in ein von 30 000 Lampen erhelltes Amphitheater verwandelt. Ein Kranz von Bogen und Tribünen für den Hof und alle Stände der Bevölkerung ließ ein weites Parallelogramm für die vier Reitergeschwader frei, die aus der Breiten Straße vom Marstall her nacheinander ansprengten.“ (Krieger, S.24)

Das beschriebene Fest wurde von Zeitgenossen bezeichnenderweise als ein „für Berlin seit Jahrhunderten unbekanntes Vergnügen“ bezeichnet. (König zitiert in Krieger, S.24) Nach seinem Einzug in Berlin am 27. Oktober 1806 ließ Napoleon seine Truppen über den Lustgarten exerzieren.

20. Museen in Berlin

 

Museen in Berlin

  1. Altes Museum
    Das Alte Museum auf der Museumsinsel ist eine der bedeutendsten Bauwerke Berlins. Es wurde im klassizistischen Stil zwischen 1825 und 1830 von Karl Friedrich Schinkel gebaut. König Friedrich Wilhelm III. hat die Kunstschätze für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. In der Vorhalle sind 18 ionischen Säulen in Anlehnung der griechischen Antike zu sehen. Schinkel hat Humboldts Idee, das Museum für die Bildung zu nutzen, verwirklicht. Seit 1904 ist hier die Antikensammlung zu sehen. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Museum schwer beschädigt und erst zwischen 1960-1966 wieder aufgebaut. Im Erdgeschoß sind seit 1998 erneut die antiken Meisterwerke der griechischen, römischen und etruskischen Meisterwerke zu finden. Im Obergeschoß finden verschiedene Ausstellungen statt.
  2. Bode-Museum
    Das Bode-Museum wurde im Auftrag von Kaiser Wilhelm II. nach Plänen von Oberbaurat Ernst von Ihne zwischen 1897 und 1904 im neobarocken Stil gebaut. Das ursprünglich Kaiser-Friedrich-Museum wurde 1956 in Bode-Museum umbenannt. Das Museum enthält eine Basilika, die nach dem Vorbild von San Salvatore al Monte in Florenz gestaltet wurde. Im Zweiten Weltkrieg erlitt das Bode-Museum große Schäden und wurde erst in den 50er Jahren wieder eröffnet. Seit 1999 ist das Museum geschlossen, Wiedereröffnung ist für das Jahr 2006 geplant. Gezeigt werden die drei berühmte Sammlungen sowie die Skulpturensamlung, Münzkabinett und das Museum für Byzantische Kunst.
  3. Neues Museum
    Das Neue Museum wurde nach Plänen von August Friedrich Stüler 1859 gebaut. Hier wurden berühmte Kunstwerke des Berliner Spätklassizismus, sowie die Kaulbach-Fresken ausgestellt. Das Museum erlitt im Zweiten Weltkrieg schwere Schäden. Die Restaurierungsarbeiten begannen im Jahr 1986 und dauern heute noch. Die Neueröffnung ist für das Jahr 2009 geplant. Es soll hier das Ägyptische Museum und ein Teil des Museums für Vor- und Frühgeschichte beherbergt werden.

21. Die Neue Synagoge

Die neue Synagoge wurde von Eduard Knoblauch im Jahre 1859 entworfen und nach seinem Tod von Friedrich August Stüler im Jahre 1866 nach einer 7-jährigen Bauzeit in der Oranienburger Straße als Gottesdiensthaus vollendet und eingeweiht. Die Synagoge entstand in einer Zeit als die jüdische Bevölkerung Berlins rasch anwuchs. Das jüdische Gotteshaus war einst die zweitgrößte Synagoge Europas und die größte Deutschlands.

Es war ein prächtiges Ziegelmauerwerk mit farbigen Glasfenstern, aufwendig ausgemalten Innenräumen und mit gläsernen Kuppeln erleuchtet. Ein Vorbild für die Gestaltung war die orientalisch errichtete Alhambra in Granada. Der orientalische Eindruck sollte auf die Wurzeln des Judentums verweisen.

Die Seitentürmchen sehen ähnlich wie Minarette aus. Stilistisch dominierte der derzeit moderne maurische Stil. Die Synagoge wurde als Symbol der Gleichberechtigung von der jüdischen Gemeinde errichtet. Während der Kristallnacht / Reichspogromnacht 1938 wurde sie von Nationalsozialisten geschändet, im Jahre 1943 durch Bombenangriffen weiter zerstört, und in den fünfziger Jahren wurden die Ruinen von Kommunisten völlig vernichtet.

Nach der Liberalisierung der politischen Einstellung der DDR-Regierung, fing die Wiederaufbauarbeit zum 50. Jahrestag der Pogrome im Jahre 1988 erneut an. Der Wiederaufbau dauerte ebenso lange wie einst seine Errichtung. Die Restaurierung war ein voller Erfolg. Heute strahlt das jüdische Gotteshaus in neuem Gold mit einem 50 Meter hohe Mittelkuppel und zwei minarettenartigen Seitentürmchen.

In dem Gebäude befindet sich das im Jahre 1995 eröffnete Centrum Judaicum, das mit der Neue Synagoge zusammen 11 000 jüdische Mitglieder hat. Hier gibt es neben einer Bibliothek und Archiv eine Dauerausstellung, wo die Geschichte der Synagoge und die Berliner Juden dokumentiert wird.

22. Nikolaikirche

Die Nikolaikirche bezeichnet das Herz Berlins. An seiner Stelle wurde die Stadt um 1230 gegründet und damit ist sie das älteste Bauwerk Berlins. Der Name, der um 1260 erstmals erwähnt wurde, bezieht sich auf Nikolaus, Bischof von Mira, der als Patron von Kaufleute, Schiffer und Bäcker galt. Ursprünglich wurde die Kirche im romanischen Baustil gebaut, aber nach dem Umbau im Jahre 1379 wurde sie vergrößert, die Liebfrauenkapelle ans Langhaus angefügt und erhielt Formen des gotischen Baustils.

Auf der Chornordseite entstand Anfangs 16. Jahrhundert ein zweistöckiger Anbau mit Sakristei und Bibliothek. Bis 1876 besaß die Nikolaikirche nur einen Turm. Zwischen 1877-1878 wurden über dem alten Turmbau zwei neugotische Backsteintürme errichtet. Die Türme haben eine Höhe vom 84,40 Meter. Das Westportal mußte um eine Steinschicht erhöht werden, weil es zu niedrig wirkte. Im zweiten Weltkrieg wurde die Kirche stark geschädigt und erst im Jahre 1981 unter Leitung von Hermann Blankenstein wiederhergestellt.

Der Innenraum wurde nach den Erstfassungen farbig gestaltet. Probst Symeon, nachdem er im Zusammenhang mit Alt-Cölln urkundlich erwähnt wurde, wirkte an der Kirche. Joachim II. berief Georg Buchholzer, Mitverfasser der Brandenburgischen Kirchenordnung, zum ersten evangelischen Probst Berlins. Kurz darauf traten Rat und Stadt Berlin am 2. November 1539 zum lutherischen Glauben über. Hier wurde auch der erste Berliner Magistrat 06. Juli 1809 vereidigt.

400 Jahre später erlebte die Nikolaikirche den letzten Gottesdienst am 5. November 1938, bevor sie im Reichseigentum überging. Seit 1987 befindet sich hier das Märkische Museum, das mittelalterliche Sammlungen mit dem Titel „Berlin zwischen 1237 und 1648“, Kunsthandwerke und Skulpturen beherbergt.

23. Olympiastadion Berlin

Die Berliner Olympiastadion ist das größte Sportstadion Deutschlands. Für die XI. Olympischen Sommerspiele vom 1. bis 16. August 1936 wurde das Stadion nach Plänen von Werner und Walter March erbaut und von Albert Speer überarbeitet. Der Bau dauerte zwei Jahre lang, kostete 15 Mio. Reichsmark und beschäftigte 2600 Ingenieure, Bauarbeiter und Helfer.

So konnte Adolf Hitler vor 120.000 Zuschauer rechtzeitig die olympische Sommerspiele eröffnen. Damals gaben sich die Nazis noch weltoffen, hatten keinen judenfeindlichen Parolen. Die Olympische Spiele entwickelten sich aber nachhinein von dem NS-Regime zu einem großen Propaganda-Schauspiel für das Dritte Reich.

Das Olympiastadion ist der Nachfolger von Otto Marchs Bauwerk „Deutsche Stadion“ aus dem Jahr 1913. Es war von Kaiser Wilhelm II. für die wegen des I. Weltkrieges ausgefallenen Olympischen Sommerspiele von 1916 vorgesehen. Das Olympiagelände ist das am besten erhaltene „Kunstwerk“ des Nationalsozialismus. Der Glockenturm, Natursteinarena, Langemarck-Halle, Maifeld, Waldbühne und Schwimmstadion bilden zusammen ein Gesamtkunstwerk und stehen unter Denkmalschutz.

Der alte Glockenturm, der zum ehemaligen Reichssportfeld gehörte, wurde zum Ende des II. Weltkrieges zerstört. Unter der Naziregierung bezeichnete man ihn als Führerturm. 1960 gab die Bundesregierung den Wiederaufbau des Turmes im Auftrag und wurde dann nach Plänen von Werner March 1962 erneut aufgebaut.

Neben dem Glockenturm liegt das 112.000 m² große Maifeld. Hier fanden zuerst Polo- und Dressur-Wettkämpfe der Reiter statt, später sollte es für die Feier zum 1. Mai verwendet werden. Westlich vom Maifeld ist die berühmte Waldbühne zu finden. Sie ist eines der größten Freilichttheater Europas. Im Norden des Olympiastadions befindet sich das Schwimmstadion mit 7600 Plätzen.

Es wurde im Jahre 1978 modernisiert. Im Osten steht das Olympische Tor, im westlichen Bereich findet man das Marathontor mit der Schale des Olympischen Feuers. An den Wänden des Marathontores sind die Ehrentafeln mit den Namen der Olympischen Sieger von 1936.

24. Pariser Platz

Die 120 x 120 m große Platzanlage wurde mit dem Brandenburger Tor und den zahlreichen Palais bis zum Zweiten Weltkrieg „Empfangssalon“ genannt. Von 1945 bis zur Wiedervereinigung war der am Osten liegende Pariser Platz ein Teil der Sektorengrenze zwischen Ost und West. Nach dem Krieg blieben nur wenige Teile übrig, sowie ein Seitenflügel der früheren Preußischen Akademie der Künste und die Ruine des Hotels Adlon. Der berühmte Platz wurde 1734 angelegt und mit Palais bebaut. Er diente damals als Vorplatz zum Stadttor, dem ersten Brandenburger Tor und als Exerzierfeld. Im 19. Jahrhundert lebten dort berühmte Personen, sowie der Dramatiker August von Kotzebue, der Komponist Giacomo Meyerbeer und der preußische Staatsminister Friedrich Karl von Savigny.

Zugleich residierten hier schon um 1800 deutsche und ausländische Gesandte. Von 1829 bis 1833 baute Schinkel für Wilhelm Friedrich Redern ein Palais. Um 1840 gestaltete Schinkel die restlichen barocken Gebäude um den Pariser Platz im Stil der klassizistischen Schule um. Schinkels Bauart haben die heutige Architekten für die Rekonstruktion zum Vorbild genommen. In den DDR-Zeiten war der Platz gesperrt, nur Besuchergruppen dürften den betreten.

Nach der Vereinigung entstanden zahlreichen Bauprojekte, sowie das Hotel Adlon, die Gebäuden der Dresdner Bank und Commerzbank, die Neubauten der amerikanischen, britischen und deutschen Botschaft und der Akademie der Künste. Nördlich des Brandenburger Tores lebte der impressionistische Maler Max Liebermann, der von 1920 bis 1930 Präsident der Akademie der Künste war. Er mußte am 30. Januar 1933 von seinem Haus aus mit ansehen, wie die Machtübernahme Hitlers gefeiert wurde. Sein Haus wurde dann durch Bombenangriffe zerstört und erst später nach Plänen von Josef Paul Kleinhues wiederaufgebaut.

Nicht weit entfernt befand sich bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges das Palais der Gräfin von Hagen, das seit 1930 als Amerikanische Botschaft dient. Hier wird der neue Amtssitz der USA 2004-007 gebaut. Im Haus der Akademie der Künste trafen sich während der Weimarer Zeit berühmte Schriftsteller sowie Alfred Döblin, Thomas und Heinrich Mann und Käthe Kollwitz.

Der Neubau der Akademie soll voraussichtlich nach Plänen von Günter Benisch im Laufe des Jahres 2005 eröffnet werden. Ein weiterer wichtiger Treffpunkt der Prominenz während der Weimarer Republik und der Zeit des Kaiserreichs ist das Hotel Adlon. Im Jahre 1906 bekam Lorenz Adlon von Kaiser Wilhelm II. die Erlaubnis, das denkmalgeschützte Palais Redern abzureißen und eines der luxuriösesten Hotels der Welt aufzubauen. Das Gebäude blieb wie durch ein Wunder von den Bomben des Zweiten Weltkrieges völlig verschont, brannte aber kurz nach Kriegsende ab. Nach originalgetreuer Renovierung wurde dann das Adlon als Kempinski-Haus im Jahre 1997 wieder eröffnet. Heut ist es eine beliebte Touristenattraktion.

25. Pfaueninsel

Die Pfaueninsel oder die oft als „Perle im Havelmeer“ genannte Insel, ist ein Meisterwerk deutscher Gartenbaukunst. Die Insel liegt im südlichen Havelfluss, in der Nähe des Großen Wannsee. Es ist ein wunderschöner englischer Landschaftsgarten, gebaut im Sinne der Romantik mit künstlichen Ruinen und klassizistischer Architektur.

Im 17. Jahrhundert ließ Friedrich der Große auf der 1,5 km langen und 500 m breiten Havelinsel Kaninchen zur Jagd einsetzen. An der Ostseite wurde eine Glashütte errichtet, wo der Chemiker Johann Kunckel von Löwenstein das weltberühmte Rubinglas herstellte. Im 18. Jahrhundert diente die Insel noch der Schaf- und Rindzucht. Im Jahre 1794 ließ Friedrich Wilhelm II. für seine Geliebte, Gräfin Lichtenau ein Liebesnest bauen. So entstand ein Lustschlößchen im Ruinenstil mit zwei durch eine Brücke verbundenen Türmen. Der Architekt Johann Gottlieb Brendel baute eine künstliche Ruine, welche die Illusion einer mittelalterlichen Burg erzeugte. Im Inneren ist es in einem romantisch – exotischen Stil eingerichtet. Die weiße Holzverkleidung vom Außen verleiht dem Schloß ein besonders schönes Erscheinungsbild. Der König starb aber im Jahr der Fertigstellung.

Sein Sohn, Friedrich Wilhelm III. und seine Gemahlin Königin Luise bevorzugten das Schloß als Sommerresidenz und ließen hier seltene Tiere und Pflanzenarten ansiedeln. Diese Tiere schenkte er später dem Berliner Zoologischen Garten. Die landschaftliche Gestaltung wurde von Peter Joseph Lenné vorgenommen. Er verwandelte den größten Teil der Pfaueninsel in einen englischen Landschaftspark, pflanzte exotische Sträucher und Bäume an. Besonders schön waren die Palmen, für die Albert Dietrich Schadow 1829-31 ein Palmenhaus errichtete. Dieses brannte jedoch 1880 völlig ab. In der Mitte der Pfaueninsel befindet sich das von Karl Friedrich Schinkel in klassizistischen Stil errichtetes Kavalierhaus. Teile eines in Danzig abgebrannten Patriziergebäudes aus dem 15. Jahrhundert ließ der Baumeister in den Südturm einbauen. Nicht weit entfernt steht das Schweizerhaus, das für die Hofangestellten bestimmt war und die alte Meierei.

Die Meierei wurde um 1795 in gotischen Ruinenstil errichtet. Südlich davon ist der Gedächtnisstempel für Königin Luise (1829) zu sehen. Ein Überbleibsel der Menagerie, die von zahlreichen Vogelarten bewohnt war und das Winterhaus für exotische Vögel ist noch ebenso zu bewundern. Die gesamte Insel wurde zum Naturschutzgebiet erklärt, deshalb sind dort Autos und Fahrräder nicht gestattet, Hunde sind ebenso verboten.Die Pfaueninsel gehört zweifellos zu den schönsten Ausflugszielen der Stadt.

26. Philharmonie Berlin

Das einzigartige Gebäude wurde von Hans Scharoun nach akustischen Kriterien konzipiert. Der Bau erfolgte zwischen 1960 und 1963. Es wurde asymmetrisch und zeltartig mit einem pentagonalen Konzertsaal gebaut. Der Orchesterraum befindet sich fast im Mittelpunkt des Konzertsaales.

Die ringsum unregelmäßig ansteigenden Logenterrassen für die Zuschauer bieten von allen Seiten gleich gute Sicht. Die Dachsilhouette wurde von Scharoun als Himmelszelt verstanden, so konnte das Problem Raumakustik spurlos beseitigt werden.

Mit einer besonderen Wandkonstruktion und gebauschten Stoffflächen an der Decke wurde es hervorragend gelöst. Die Einweihung fand im 1963 statt. Im 1979 erhielt es seine goldschimmernde Kunststoffverkleidung. Es wird oft wegen der eigenartigen Bauform und in Anspielung auf den langjährigen Dirigenten der Berliner Philharmoniker, Herbert von Karajan „Zirkus Karajani“ genannt.

Zwischen 1984 und 1987 entstand neben dem Gebäude der Kammermusiksaal, auch kleine Philharmonie genannt, mit knapp 1100 Plätzen. Die Konzerte gehören bis heute zu den Höhepunkten im Berliner Kulturleben. Sir Simon Rattle ist seit 2002 der Chefdirigent.

27. Potsdamer Platz

Am Ende des 18. Jahrhunderts war der Potsdamer Platz noch eine Straßenkreuzung mit einigen Lokalen, erst nach der Industrialisierung erlebte er seinen Aufschwung. Das erste Etablissement war auf dem Platz das Haus Vaterland mit zahlreichen Sälen. Im zweiten Weltkrieg wurde er Platz völlig zerstört, übriggeblieben sind nur die Reste des Grandhotels Esplanade (1907/1908), das als eines der vornehmsten Häuser der Stadt galt und das 1871 gegründete Weinhaus Huth.

Das Weinhaus steht seit 1979 unter Denkmalschutz. Die erste Ampelanlage Deutschlands wurde hier in Betrieb genommen und sorgte ab 1924 für reibungslosen Verkehrsfluss. Nach dem Mauerbau wurde der Platz zwischen Ost- und Westberlin getrennt. Nach dem Fall der Mauer entstand hier ein neues Stadtviertel mit einer Fläche von 100.000m².

Mitte der 90er Jahre war der Potsdamer Platz noch eine der größten Baustellen der Welt, heute sind dort zahlreichen Wohn- und Bürohäusern, Einkaufspassagen, Kultureinrichtungen und Restaurants zu finden. Im Oktober 1998 wurde das erste Neubauprojekt eröffnet.

Das ultramodern gestaltete Areal besteht aus dem Sony-Center und aus der DaimlerChrysler-City. Die City hat auf fast 70.000m² eine Ladenpassage mit über 100 Geschäften, eine Spielbank, ein Kinocenter und eine Musicalbühne. Das Sony-Center wurde erst im Juni 2000 fertiggestellt.

Das Kinocenter hat ein großes Multiplex-Kino und ein IMAX Kino. Die 3-D Filme werden hier stündlich gezeigt. Da der Platz von vielen ausländischen Touristen besucht wird, werden die aktuellen Filme auch als Originalversion aufgeführt. Als Krönung wurde dann im Norden des Platzes das Beisheim-Center, finanziert vom Metro-Gründer Otto Beisheim 2004 eröffnet.

Parkmöglichkeiten sind mit mehreren Parkhäusern unter dem Potsdamer Platz ausreichend vorhanden, aber man erreicht ihn jedoch auch sehr gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Es ist heute der verkehrsreichste Platz Europas, auf dem sich fünf Straßen und 40 öffentlicher Verkehrswege.

28. Rathaus Charlottenburg

Das Rathaus Charlottenburg wurde von Architekten Heinrich Reinhard und Georg Süßenguth 1899 erbaut. Charlottenburg war damals eine der reichsten Gemeinden des Kaiserreichs. Das repräsentative Gebäude wurde nicht in damals beliebten neogotischen Form errichtet, sondern in abgewandeltem Jugendstil. Die Fassade und der Turm wurden während der Bauzeit mit Ornamenten und Plastiken ausgestattet.

Seiner mit Kupferplatten verkleideten Turm ist 88 m hoch. Die Fassade ist mit Personifikationen der verschiedenen Handwerkszünfte geschmückt. 1911-16 fügte Heinrich Seeling einen Erweiterungsbau an. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Rathaus fast zur Hälfte zerstört und 1947-52 durch Hans Günther wieder hergestellt. Von Fest- und Sitzungssälen findet man heute nur den Magistratssitzungssaal im Original erhalten. Im zweiten Obergeschoß befindet sich heute die Gedächtnishalle für die Gefallenen der Weltkriege und die Opfer der NS-Regimes.

29. Reichstag Berlin

Das Reichstagsgebäude spielte eine wichtige Rolle in der Geschichte Berlins und Deutschlands. Am 18. Januar 1871 wurde Berlin zur Hauptstadt des Deutschen Reiches ernannt. Das Parlament brauchte ein größeres und repräsentatives Gebäude.

So wurde es nach Plänen von Paul Wallot 1884-94 im Stil der italienischen Hochrenaissance entworfen und in schlesischen Sandstein aufgeführt. Zuerst mußte aber das ehemalige Palais des Fürsten Raczynski abgetragen werden. So entstand nachher ein 137 m langer und 97 m breiter Bau mit vier Ecktürmen. Die Türme sind 46 m, der Kuppelspitze ist 75 m hoch. Der Kuppel des Plenarsaales aus Glas war eine Besonderheit.

Der Inschrift „Dem Deutschen Volke“ wurde erst während des Ersten Weltkriegs 1916 angebracht, weil Kaiser Wilhelm II. ihn für viel zu demokratisch hielt. Er setzte durch, daß die Kuppel des Reichstages niedriger blieb als die des Berliner Schlosses.

Am 9. November 1918 rief Philipp Scheidemann aus einem Fenster des Reichstages die Weimarer Republik aus. Fünfzehn Jahre später am 27. Februar 1933 brannte das Bauwerk nieder und damit auch die Demokratie Deutschlands. Der Propagandachef des Nationalsozialisten Joseph Goebbels betrachtete es als „Geschenk des Himmels“. Als Täter stellte sich der 24 Jahre alte Holländer Marinus

van der Lubbe heraus, weil er ein kommunistisches Flugblatt bei sich hatte. Der Reichstagsbrand verhalf die Nazis endgültig zur Macht. Hitler setzte sein Ermächtigungsgesetz durch und damit den Weg zur Alleinherrschaft der Nazis frei.

Sofort begann die Jagd auf politische Gegner, innerhalb einen Tag wurden Tausende Personen festgenommen. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude schwer beschädigt und in der Nachkriegszeit nach Plänen von Paul Baumgarten ohne Kuppel wiederhergestellt.

Der Wiederaufbau erfolgte zwischen 1961 und 1972. Das Gebäude konnte pünktlich zum100. Jahrestag der Gründung des Deutschen Reichs eröffnet werden. Nach 1972 waren aufgrund des Viermächteabkommens Sitzungen des Bundestages in dem Gebäude nicht mehr erlaubt. Erst die Wiedervereinigung, die am 3. Oktober 1990 statt fand, ermöglichte am 20.12. 1990 im Plenarsaal des Reichstages die Konstituierende Sitzung des 1. Bundestages.

Nach dem Beschluß des Deutschen Bundestages vom 20. Juni 1991, daß das Parlament in die Hauptstadt Berlin umziehen wird, wurde ein Architektenwettbewerb 1992 zum Umbau des Reichstagsgebäudes ausgeschrieben. 800 Architekten aus 54 Ländern nahmen an dem Wettbewerb teil.

1993 bekamen 3 Architekten den ersten Preis: Sir Norman Foster (England), Santiago Calatrava (Schweiz), Pi de Bruijn (Niederlande). Schließlich entschied sich der Jury für Sir Norman Foster, der der Jury fünfzig verschiedenen Kuppelvarianten vorschlug. Überzeugt wurde sie von der neuen Glaskuppel. Foster hat zwar ein modernes Parlament geschaffen, respektierte aber gleichzeitig die Geschichte des Gebäudes.

Die begehbare Glaskuppel soll den Neuanfang symbolisieren. Der Reichstag wurde im inneren gründlich umgebaut, wurden nur die Außenwände erhalten. Heute darf die Glaskuppel auch während der Sitzungen des Bundestags besucht werden.

30. Rotes Rathaus

Das Berliner Rathaus zwischen dem Nikolaiviertel und dem Alexanderplatz wurde wegen den roten Backsteinen auch Rotes Rathaus genannt. An dieser Stelle gab es bereits seit 1390 ein mittelalterliches Rathaus, das mehrmals abbrannte.

Das neue Rathaus wurde zwischen 1860 und 1870 nach Plänen von Hermann Friedrich Waesemann, Baurat von Friedrich Wilhelm IV. erbaut. An dem Gebäude befinden sich rote Terrakottatafeln mit Bildern der Berliner Stadtgeschichte von den Anfängen bis zur Reichsgründung.

Es hat drei Innenhöfe und einen 74 m hohen Turm. Ein ganzes Stadtviertel mußte dem 88 m Mal 99 m Grundfläche weichen. Die Kriegsverwüstungen wurden erst in den Jahren 1951-55 beseitigt und die Innenräume meist modern gestaltet. Das Rote Rathaus war während der Teilung Berlins der Sitz des Ostberliner Oberhauptes und des Magistrats.

Vor dem Haupteingang stehen zwei Bronzefiguren von Fritz Cremer „Trümmerfrau“ und „Aufbauhelfer“, die an die Mühsal der Aufbauarbeit nach dem Zweiten Weltkrieg erinnern. Der damals Regierende Bürgermeister hatte seinen Sitz im Rathaus Schöneberg. Heute ist dies der Sitz des Regierenden Bürgermeisters von Berlin.

31. Siegessäule in Berlin

Kaiser Wilhelm I. beauftragte den Baumeister Johann Heinrich Strack 1864 mit der Planung eines Monuments als Nationaldenkmal, der an die Siege des Preußens gegen Dänemark, Frankreich und Österreich erinnern sollte. Die Säule sollte mit Beutestücken aus siegreichen Feldzügen geschmückt werden. Die Siegesgöttin mit Lorbeerkranz und Speer, die von Berliner auch „Gold-Else“ genannt wird, ist 35 t schwer und 8 m hoch. Sie bekrönt die Siegessäule im Zentrum des Platzes Großer Stern.

Die ursprünglich vor dem Reichstagsgebäude aufgestellte Siegessäule wurde wegen der von den Nationalsozialisten geplanten Umgestaltung Berlins zur Reichshauptstadt „Germania“, an ihren heutigen Standort, auf den Großen Stern inmitten des Tiergartens verlegt und 1938 von 61,5 m auf 69 m erhöht. Die Säule hat einen achtstufigen quadratischen Unterbau aus poliertem roten Granit, wo Bronzereliefs Szenen von Karl Keil, Alexander Candrelli, Moritz Schultz und Albert Wolff aus den Befreiungskriegen gezeigt werden.

Die Siegessäule wurde dann 1945 auf Geheiß der Alliierten demontiert, 1984 und 1987 wieder angebracht. Sie überstand den Krieg weitgehend unbeschadet und wurde Mitte der 80er Jahre restauriert. An der Innenwand angebrachtes Glasmosaik von Anton von Werner stellt ebenfalls Kriegszenen dar. Vergoldete Geschützrohre aus der Kriegsbeute verzieren den Säulenschaft. Um auf die Aussichtsplattform zu gelangen, muß man eine Wendeltreppe mit 285 Stufen im Inneren der Säulen ersteigen.

32. Sophienkirche

Die Sophienkirche entstand als Pfarrkirche am Ende des 17 Jahrhunderts. Nachdem die Bewohner der Spandauer Vorstadt sich eine eigene Kirche gewünscht haben, ließ die Königin Sophie Luise eine ausreichende Summe für den Bau eines Gotteshauses stiften.

So wurde die Sophienkirche im Jahre 1712 nach Plänen von Barock Architekt Martin Grünberg als schlichter Saalbau errichtet. Die Vorstadt sollte nach dem Willen des Königs, Friedrich I., den Namen Sophienstadt erhalten, dazu kam es aber nicht. Die Königin verfiel in Depressionen, ihr Stiefsohn Friedrich Wilhelm schob sie nach seiner Regierungsübernahme in ihre Heimat Mecklenburg ab. Im Jahre 1732-34 erhält die Kirche einen von Johann Heinrich Gael erbauten Turm.

Der ist der einzige noch original erhaltene Barockturm Berlins. Auf dem Kirchhof sind einige Rokoko-Grabmäler zu sehen, wie zum Beispiel: Schiffbaumeister Friedrich Johann Köpjohann und seiner Ehefrau von 1766. Außerdem sind hier der Baumeister und Musiker Carl Friedrich Zelters und der Historiker Leopold von Ranke bestattet. Im Jahr 1834 wurden ihr zwei Sakristeien angefügt. Im Jahr 1892 wurde die Kirche von Adolf Heyden und Kurt Berndt grundlegend im neobarocken Stil umgebaut.

Der gesamte Innenraum wurde mit neobarocken Zierformen überzogen. Man fügte eine Apsis an und erhöhte die Decke. Die Orgel von Ernst Max ist aus dem Jahr 1790. Der repräsentative Zugang von Westen zu der Kirche entstand 1904/1905. Die Sophienkirche bildet noch heute den geistlichen Mittelpunkt der Evangelischen Gemeinde in der Spandauer Vorstadt. Oft finden hier musikalische Veranstaltungen statt.

33. Staatsoper Berlin

Die Staatsoper wurde als Hofkapelle von Kurfürst Joachim II. im Jahr 1570 gegründet. Sie beherbergt das älteste und traditionsreichste Orchester Deutschlands. Das heutige Opernhaus wurde im Jahre 1741-43 unter der Leitung des Architekten Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff und des Kronprinzen Friedrich II. für ein „Forum Friedericianum“ am damaligen Opernplatz im klassizistischen Stil errichtet. Das Gebäude bildete den Grundstein für die preußische Kulturmetropole.

Da auch das bürgerliche Publikum in den Genuß der Oper kommen sollte, mußte deshalb Platz geschaffen werden. So waren 1788 Umbauten fällig. Nach einem Brand wurde das Gebäude von Carl Ferdinand Langhans 1843 wieder aufgebaut und dabei nur der Innenraum verändert. Im Jahre 1910 erfolgte der Aufbau der Haupttribühne, wobei die Seitenbühnen 1926-28 beim Umbau verändert wurden. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Opernhaus zerstört und erst am 4. September 1955 wieder eröffnet. Bei einer Rekonstruktion 1983-86 wurde das Bauwerk komplett erneuert und die komplette technische Ausstattung modernisiert.

Die historischen Möbel, das Saalgestühl, die Wandverkleidung und der Schmuckvorhang mit alten Webmustern wurden wieder hergestellt. Die Inschrift „Fridericus Rex Apollini et Musis“ am Gieblportikus, die in den 50er Jahren entfernt wurde, wurde wieder angebracht. Im Jahr 1993 feierte die Staatsoper ihr 250-jähriges bestehen. In dem Opernhaus wurde Musikgeschichte geschrieben. Hier dirigierten u. a. Richard Strauß, Giacomo Meyerbeer, Herbert von Karajan und zahlreichen Künstler wie Felix Mendelssohn-Bartholdy, Felix von Weingärtner, Bruno Walter, Leo Blech, Wilhelm Furtwängler, Joseph Keilberth usw. Generaldirektor Daniel Barenboim hat die künstlerische Leitung.

Er wurde inzwischen zum Chefdirigent auf Lebenszeit gewählt. Hier fanden die Uraufführungen von Otto Nicolais „Die lustigen Weiber von Windsor“ (1849), Alban Bergs „Wozzeck“ (1925) und Milhauds „Christoph Kolumbus“ statt, der bei seiner Uraufführung 1930 einen der größten Skandale in der Geschichte des Hauses verursachte. Nach der Wiedervereinigung wurde ein künstlerischer Neuanfang in der Staatsoper Unter den Linden unternommen. Barenboims Grundprinzip ist die im Gesamtkunstwerk Oper zusammenwirkende Künste gleichrangig zu behandeln, ohne auf einen abwechslungsreichen Spielplan verzichten zu müssen.

34. Theater in Berlin

Deutsches Theater

Das Deutsche Theater wurde nach Plänen von Eduard Titz zwischen 1849 und 1850 ursprünglich als Friedrich-Wilhelm-Theater gebaut. Der Schriftsteller Adolph L´Arronge gab den Namen „Deutsches Theater zu Berlin“ 1883. 1905 übernahm der Österreicher Max Reinhard die Leitung des Theaters und gründete ein Jahr später die Kammerspiele. Reinhard verband die theatralischen Traditionen des Hauses mit seinen modernen Inszenierungen.

Er war nicht nur der erste Regisseur des Hauses, sondern auch der Besitzer und leitete das Theater äußerst erfolgreich fast drei Jahrzehnte lang. Er reformierte das Theater und setzte 1903 in Berliner Ensemble die berühmte Drehbühne durch. 1933 mußte er als Jude das Theater dem Nationalsozialisten abgeben. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude schwer beschädigt. Nach dem Krieg gab es viele Konflikte im Bezug auf Theater zwischen Partei und Staat der DDR.

Das Drama der Nation wird im Deutschen Theater wiedergespiegelt. Anläßlich zum 125. Geburtstages von Max Reinhard legte das Berliner Theater die Geschichte des Hauses der Öffentlichkeit vor und betonte dabei seine wichtige Rolle als Theaterdirektor. Alexander Weigel übernahm die Leitung ab 1964. Zum 100. Geburtstag des Deutschen Theaters im Jahr 1983 wurde das Gebäude glanzvoll restauriert.

Theater des Westens

Das Theater des Westens wurde in den Jahren 1895/1896 nach Plänen von Bernhard Sehring gebaut. Oft fanden hier Aufführungen von klassischen Operetten statt. 1978 wurde das Haus restauriert und umgebaut. Die künstlerische Leitung hatte Helmut Baumann, ab 1999 Elmar Ottenthal. Heute sind hier berühmte Musicals wie Les Miserables, zu sehen.

Hansa Theater

Das Hansa Theater wurde im Jahr 1888 von der Berliner Kronenbrauerei gebaut. Damals war es üblich, dass Brauereien um den Bierkonsum zu verbessern, Festsäle gebaut haben, wo gesellschaftliche oder politische Veranstaltungen statt fanden. Aus diesem Festsaal entstand das spätere Hansa Theater. Es gab 1360 Steh- und 404 Sitzplätzen. Die Aufführungen waren vielseitig, Burlesken, Operetten, Singspiele, Possen usw. Im Jahr 1923 wurde das Theater zum Filmpalast Hansa umgebaut und erweitert. Paul Esser gründete 1963 aus eigener Finanzierung sein Schauspielhaus Hansa und rettete damit den Filmpalast. Er hat das „Volkstheater“ eingeführt und 1974 nannte sein Schauspielhaus in Hansa Theater um. 1981 übergab Esser an den Regisseur und Schauspieler Horst Niendorf die Leitung. Er führte das Theater im Sinne von Esser erfolgreich weiter, es gab weiterhin vielseitige Angebote, sowie Komödien, Lustspiele, Schwänke, Possen oder Stücke über aktuelle Themen. Zahlreiche berühmte Schauspieler und Stars wie Klaus Dahlen, Harald Juhnke, Barbara Schöne, Eddi Arent usw. spielten hier. Im Jahr 1995 wurde die Leitung an Klaus Rumpf übergeben. Er führte das Volkstheater bis zu 90 Jahren erfolgreich fort. In den 90ern mußte er aber auf die postmoderne reagieren und damit war der Untergang des Volkstheaters vorprogrammiert. 1999 übergab Rumpf die Leitung an die Brüder Claudio und Pietro Maniscalco. Nach Renovierungsarbeiten wurde das berühmte Stück von „Heinz Rühmann – Der Clown“ am 19. November 1999 aufgeführt. Nach 12 Jahren übernahm Fred Yorgk die künstlerische Leitung. Er führte das Volkstheater mit Musik ein und schaffte damit eine neue Linie. Wegen finanzieller Schwierigkeiten wurden im Februar 2002 die nötigen Subventionen gestrichen.

35. Treptower Park

Der Treptower Park wurde nach Plänen des ersten Berliner Stadtgartendirektors Gustav Meyer im Jahr 1876 als Volkspark angelegt. Der Park spielte eine wichtige Rolle für die Berliner Geschichte. 1919 streikten hier 15 000 Arbeiter unter Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg. Nach dem Zweiten Weltkrieg errichtete hier die Rote Armee das Sowjetische Ehrenmal für 5.000 gefallene Soldaten.

Er wurde 1947-49 im stalinistischen Stil gebaut, die Grabplatten und Fresken zeigen Szenen aus dem Kriegsablauf. Das „Mausoleum“ Denkmal zeigt einen Soldaten mit einem deutschen Kind. Es ist eine der größte Soldatenfriedhof Deutschlands. In den Jahren 1959-69 wurden einzelnen Sondergärten, wie der Sonnenblumen- und der Rosengarten angelegt.

Außerdem befindet sich hier die Archenhold-Sternwarte mit dem längsten Fernrohr (21m) der Welt, ein großer Karpfenteich, zahlreiche Cafés und Restaurants, unter ihnen das berühmte Gasthaus Zenner. Der ehemals Abteiinsel, heute der „Insel der Jugend“, mit einem der zahlreichen Dampfer, bietet Ihnen ein beliebtes Ausflugsziel.

36. Unter den Linden

Unter den Linden ist heute der bedeutendste Boulevard Berlins. Sie führt über 1,5 km lang von der Schloßbrücke zum Pariser Platz mit dem Brandenburger Turm. Ursprünglich war sie ein Jagd- und Reitweg vom Berliner Stadtschloß zu dem kurfürstlichen Tiergarten (1527). Kurfürst Friedrich Wilhelm ließ 1647 auf einer Länge von 942 Metern 1000 Linden und 1000 Nußbäume einpflanzen.

Nur die Linden setzten sich aber durch und gaben der Straße ihren Namen. 1658 fielen die Bäume teilweise dem Bau der Stadtmauer zum Opfer. Ab 1740 ließ Friedrich II. die Straße immer mehr bebauen, so erstrecken sich die Lindenbäume auch heute nur im westlichen Teil. Nach den Befreiungskriegen 1813-15 wurde die Straße zum Andenken an den Sieg über Napoleon zur „Via Triumphalis“ ausgebaut und mit neuen monumentalen Bauten ausgestattet.

Um 1800 siedelten sich immer mehr Kaufleute, Hoteliers, Hoflieferanten an. Aus dem einst vornehmsten Wohnstraße entstand ein wichtiges Zentrum des Geschäftslebens, wurden zahlreichen Agenturen, Banken, Hotels, Cafés, Restaurants und Passagen eröffnet. Obwohl immer mehr Bankiers und Aktienspekulanten an den Boulevard kamen, blieb sie trotzdem der Boulevard des Kaisers.

Es dürfte ohne seine Erlaubnis keinen baulichen Veränderungen vorgenommen werden. Das ehemalige Palais der Prinzessin von Kurland kaufte der Zar Nikolaus I. und errichtete dort die Russische Botschaft. Um seinen Diplomaten ein wenig Heimat zu bieten, ließ er russische Erde tonnenweise auf das Botschaftsgelände schaffen. 1917 übernahm die sowjetische Regierung das Gebäude.

Im Zweiten Weltkrieg wurde ein Großteil der Promenade zerstört, von den alten Bauten blieb nur noch das Forum Fridericianum übrig. Zur DDR-Zeiten gab es eine Dreiteilung des Boulevards. Von der Charlottenstraße bis zur Schloßbrücke wurde das preußische Berlin aufgebaut, zwischen Charlotten- und Glinkastraße gab es zahlreiche Geschäfte und zwischen Glinka- und Wilhelmstraße sind einige Botschaften zu finden.

Nach der Wende 1989 brachte der Deutsche Bundestag Abgeordnetenbüros unter und Altbesitzer wie die Deutsche Bank kehrten in ihre Häuser zurück. Viele Bauten wurden abgerissen und durch Neubauten wie das Einkaufszentrum „Lindenforum“ ersetzt. Berühmte Hotels und Cafés wie Hotel Adlon, Westin Grand Hotel, Hotel Karlton, Hotel de Rom und der Café Kanzler sind hier heute u. a. zu finden.

37. Waldbühne

Die Waldbühne wurde im Jahre 1936 westlich vom Maifeld in einer Bucht der Murellenberge errichtet. Werner March gestaltete sie nach dem Vorbild antiker Amphitheater von Epidaurus, ursprünglich war sie aber nach dem „Dichter der Bewegung“ Dietrich Eckart benannt. Es ist eine der größten Freilichttheater Europas, kann 20.000 Besucher empfangen.

88 Stufen führen zur Waldbühne hinab. Im Sommer finden hier Open Air Konzerte oder Freilichtkinos statt. Es können genauso Pop-, Rock-, oder Klassikkonzerte wie alte Klassiker oder Kinofilme gezeigt werden. Im Eingang der Waldbühne gibt es zwei Hochreliefs von Adolf Wamper.

Auf der rechten Seite verkörpern zwei junge Frauen mit Eichenzweig und Leier die musischen Feiern. Auf die linken Seiten symbolisieren zwei nackte Jünglinge mit Fackel und Schwert die nationalen Festspiele. Früher fanden hier olympischen Turnwettkämpfe statt, heute ist sie durch Boxkämpfe bekannt.

38. Großer Wannsee Berlin

Das Strandbad Wannsee wurde 1929-1930 nach den Plänen von Richard Ermisch im Stil der Neuen Sachlichkeit erbaut. Es is auch heute noch das beliebteste Strandbad von Berlin. Die großzügig angelegte Badeanstalt ist 1,3 km lang und 80 m breit. Es ist eine der größte Sandstrand Europas. Am Norden liegt der 25 ha große Halbinsel Schwanenwerder.

Hier befindet sich das mit herrlichem Seeblick gebaute und „Wannseeterassen“ genanntes Caférestaurant. Ende des 19. Jahrhunderts entstand hier eine Villensiedlung. In den 30er Jahren zog die Nazi-Prominenz hierher. Zahlreichen berühmten Persönlichkeiten wie zum Beispiel der Militärgouverneur Dwight Eisenhower oder der Verleger Axel Springer ließen sich hier eine Villa bauen.

Der See ist eine Ausbuchtung der Havel und hat eine Fläche von 260 ha, eine Breite von 1000m und eine Tiefe von bis zu 10m. Der Wannsee ist geeignet für den Wassersport jeglicher Art. Es ist eine überaus beliebte Wasserfläche für Segelregatten. Parkplätze und Strandkörbe stehen kostenlos zur Verfügung.

39. Zitadelle Spandau

Die Zitadelle Spandau ist das älteste Bauwerk Berlins. Sie wurde erstmals 1197 in verschiedenen Schriftstücken erwähnt und vermutlich unter Markgraf Albrecht um 1160 als Burg angelegt. Die im Mittelalter als uneinnehmbar geltende Zitadelle ist von allen Seiten mit Wasser umgeben.

Der Juliusturm ist der älteste erhaltene Teil der Zitadelle und das Wahrzeichen Spandaus. Markgraf Ludwig verlieh 1356 seinem Kammerknecht Fritz das Turmamt zu Spandau. Der Turm wurde erstmals Judenturm genannt, weil der Fritz ein Jude war. Die Bezeichnung Juliusturm kommt erst seit 1400 vor. Nach dem Krieg 1870/71 wurde er als Lagerort für aus dem französischen Krieg erbeuteten Reichskriegsschatz bestimmt. Am Anfang des 14. Jahrhunderts wurde er als Bergfried erbaut.

Er ist 30 m hoch und hat eine Wendeltreppe mit 145 Stufen. Der Zeitpunkt der Erbauung ist unbekannt, wurde aber 1964 nach dem Vorbild der neogotischen Treppe von 1843 rekonstruiert. Der Zinnenkranz des Turmes wurde nach Plänen Karl Friedrich Schinkel 1838 erbaut. Zur Zeit der Erbauung diente er als Bergfried, Wach-, oder Wohnturm und war eine ausgezeichnete Zufluchtsstätte bei Gefahr.

Von 1874 bis 1919 ließ hier der ehemalige Reichskanzler Otto von Bismarck 120 Millionen Mark in Goldmünzen lagern. Aus Sicherheitsgründen mußte ein 3000 kg schweren Tresor 1910 eingebaut werden. Der mittelalterliche Palas war das Wohnhaus der Burg, in den in Spandau weilenden Landesherren wohnten. Der ursprünglich im gotischen Stil gebauten Palas wurde in Renaissanceformen 1520-1523 umgestaltet.

Im Sockel des Gebäudes wurden jüdische Grabsteine aus dem 13./14. Jahrhundert gefunden, die vermutlich aus dem verwüsteten Spandauer Judenfriedhof stammen und wurden als Baumaterial verwendet. Das Torhaus entwarf möglicherweise der Venezianer Chiaramella nach dem Vorbild von Michele Sanmichelis Stadttor „Porta Nuova“ in Verona. Das Torhaus mit einer Zugbrücke befindet sich auf der Südseite der Zitadelle. Die Fassade des Torgebäudes wurde mehrmals renoviert.

Das heutige Aussehen erhielt sie aus dem Jahre 1839. Der Kern die Zitadelle bildet ein Quadrat mit je einer Spitzwinkligen Bastion. Die Bastionen besitzen die Namen König, Königin, Kronprinz und Brandenburg. Ab 1935 benutzten die Nazis die Zitadelle als Laboratorium und ließen hier chemische Kampfstoffe entwickeln. Außerdem wurde sie als Militärstützpunkt und Gefängnis benutzt.

Heute finden hier zahlreiche kulturelle Veranstaltungen statt, sowie Konzerte, Ausstellungen und Inszenierungen auf der Freilichtbühne.

40. Zoologischer Tiergarten

Der Zoologischer Garten war früher Teil eines riesigen Waldgebietes, in den die Kurfürsten und Könige auf die Jagd gingen. 1841 erhielten die Naturwissenschaftler Martin Lichtenstein, Alexander von Humboldt und der Gartenarchitekt Peter Joseph Lenné den Auftrag von König Friedrich Wilhelm IV. einen Zoologischen Garten zu errichten.

Am 01. August 1844 wurde dann der Garten eröffnet und im Laufe der Jahre immer wieder erweitert. Baurat Cantian stellte die Pläne zwischen 1853-1855 für ein Winterfestes Raubtierhaus vor. 1881 erhielt der Zoo noch zwei zusätzliche Eingänge, eine davon ist der noch heute erhaltene Elefantentor in der Budapester Straße.

Drei Jahren später wurde der Zoo technisch erneuert, bekam elektrische Beleuchtung und das neue Affenhaus. Im Sommer 1888 übernahm der engagierte Ludwig Heck die Leitung des Zoos und erhöhte den Tierbestand durch seine persönlichen Kontakte, besonders aus Afrika.

Dank der Jubiläumsveranstaltung im Zoo der Firma Siemens 1897, übernahmen die renommierten Hoteliers Rudolf Dressel und Lorenz Adlon die Führung und Gestaltung des Zoorestaurants. So wurde das Restaurant ein glamouröser Platz im Herzen von Berlin, das später mit einem Marmorsaal erweitert wurde. In den Jahren 1912/1913 wurde das Aquarium vom berühmten Zoologen Alfred Brehm gegründet und nach Plänen von Zaar und Vahl errichtet.

Während des Ersten Weltkrieges bekam der Zoo große finanzielle Schwierigkeiten. Im Zweiten Weltkrieg wurde er innerhalb von 15 Minuten zerstört, von 10 000 Tieren überlebten nur 91. Trotz starken Kriegsschäden wurde am 01. Juli 1945 der Tiergarten wieder eröffnet. Im Jahr 1951 stellte Friedrich Mellin das Antilopenhaus fertig.

1952 fand die Wiedereröffnung des Aquariums statt. Ab 1977 entstanden zahlreichen neuen Gebäuden. Die Sanierung des Aquariums hat von 1977 bis 1983 gedauert. 1984 wurden das Elefantenportal und drei Jahren später das Löwenportal fertiggestellt.

Der Zoologischer Garten ist heute 35 ha groß und enthält 14 300 Tiere von mehr als 1500 Tierarten. Das riesige Vogelhaus mit 3300 m² gehört zu der größten der Welt.

41. Schlösser in Berlin

Jagdschloß Grünewald

Das idyllisch gelegene Renaissanceschlößchen ist von Wäldern und Seen umgeben. Im Auftrag von Kurfürst Joachim II. wurde der Schloß von Caspar Theyss 1542 errichtet. Die malerische Lage war der Hauptgrund der Namengebung, „Zum grünen Wald“ aus dem später der heutige Name „Grünewald“ entstand. Am Anfang des 18. Jahrhunderts wurde der Bau im barocken Stil umgestaltet und erweitert. Grünewald war ein beliebtes Jagdgebiet des Adels. Das Schloß beherbergt zahlreiche Ausstellungen, früher monströsen und abnormen Tierdarstellungen, Waffensammlungen heute ist hier eine berühmte Gemäldesammlung mit rund 200 Werken des 15. bis 19. Jahrhunderts zu sehen.

Pfaueninsel

Schloß Charlottenburg

Das Schloß Litzenburg wurde von Johann Arnold Nering, in ländlicher Lage 1695 in der Nähe vom Lützow erbaut. Kurfürst Friedrich III. ließ es für seine Gemahlin Sophie Charlotte als Sommerresidenz errichten. Der Garten war als erster deutscher Garten im französischen Stil unter Simon Godeau angelegt. Die Königin machte bald das Schloß zum geistigen Zentrum Berlins. Sie hatte Kontakte zu wichtigen Wissenschaftlern, so wie zum Philosoph Johann Gottfried Leibniz. Während Königin Sophie Charlotte erlebte das Schloß ihre geistige, künstlerische und gesellschaftliche Glanzzeit. Im Jahr 1701 ernannte sich Kurfürst Friedrich III. selbst zum König der Preußen, Friedrich I. 1705 mit dem plötzlichen Tod der Königin Sophie endete die kulturelle Glanzzeit des Schlosses. Im Erinnerung an seine Gemahlin nannte Friedrich I. das Schloß „Charlottenburg“.

Charlottenburg wurde nach Plänen von Architekt Johann Friedrich Eosander von Göthe erweitert und später eine westliche Orangerie hinzugefügt. Es dauerte über 100 Jahre bis das Schloß seine heutige Gestalt erhielt. 1713 erhielt Charlottenburg ein 48 m hohe Kuppelturm. König Friedrich II. ließ von Georg Wenzeslaus Knobelsdorff den Ostflügel 1740-47 errichten. Der König ließ die ersten landschaftlichen Partien errichten. Steiner führte die von August Eyserbeck vorgenommene Veränderungen ab 1801 im Garten fort. Friedrich III. ließ im Garten 1810 der verstorbenen Königin Luise das Mausoleum nach Schinkels Entwürfen errichten. 1824 wurde der Bau des Neuen Pavillons vollendet und unter Lenné wurde der Schloßgarten zum klassischen Landschaftsgarten. 1918/19 ging der schloß zum Besitz der Weimarer Republik rüber und wurde als Museum genutzt. Im Zweiten Weltkrieg erfuhr das Schloß und Garten riesigen Schäden. Nach der langen Restaurierung wurde er fast im Original wiederhergestellt. Im Ehrenhof ist das Reiterbild des Großen Kurfürsten zu sehen. Nennenswert sind die Eichengalerie, das Porzellankabinett, der Weiße Saal und die Goldene Galerie.

Schloß Bellevue

Das Schloß Bellevue wurde 1785 von Philipp Daniel Boumann für August Ferdinand von Preußen ursprünglich in barocken Stil mit Gartenanlage gebaut. Der Grundform entsprach zwar dem barocken Stil, aber der Fassade war klassizistisch. Schloß und Park gehörte bis 1818 die Hohenzollern. Zwischen 1935 und 1938 war hier das Völkerkunde-Museum untergebracht. Paul Baumgarten baute das Schloß völlig um, erhalten blieb nur der ovale Saal von Carl Gotthard Langhans 1791. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Schloß schwer beschädigt. Im westlichen Teil der Englische Garten steht seit 1996 der Verwaltungsbau des Bundespräsidialamtes.

42. Schloßbrücke in Berlin

Die Schloßbrücke wurde nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel 1822-23 entworfen. Die Brücke bildet den Abschluß des Boulevards Unter den Linden mit dem Lustgarten. Sie führt auf drei Bögen mit historischen Marmorfiguren über den Spree. Früher stand hier eine Holzbrücke, die auch „Hundebrücke“ genannt wurde. Die Jäger versammelten sich hier, um gemeinsam in den benachbarten Wildgarten auf Jagd zu gehen. Nach zwei Jahren Bauzeit wurde die Brücke eingeweiht, obwohl sie nur mit einem Notgeländer gesichert war.

Die Katastrophe war vorprogrammiert, durch den Andrang der Menschenmenge brach das Geländer und ertranken über 20 Menschen. Die acht Figurengruppen aus Carrara-Marmor, die den Lebensweg eines Kriegshelden vom Knaben bis zum Ende seines Lebens bezeichnen, könnten erst nach Schinkels Tod 1841 von acht Bildhauern verwirklicht werden.

Die Strompfeiler aus rotem Granit dienten gleichzeitig auch als Postamente für die Skulpturengruppen. Die Brückengeländer wurden mit Tritonen, Delphinen und Seepferden geschmückt. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Brücke schwer beschädigt, die Skulpturen waren schon 1943 weggebracht worden. Die Wiedereröffnung der Schloßbrücke fand am 1. Mai 1951 statt und erhielt den Namen Marx-Engels-Brücke.

Die Brückenfiguren wurden dann im Jahr 1981 zum 140. Todestag Karl Friedrich Schinkels von dem Westberliner Senat an die damalige DDR-Regierung zurückgegeben und bis 1984 fertiggestellt. Am 3.Oktober 1991 erhielt sie zum ersten Jahrestag der Wiedervereinigung ihren alten Namen „Schloßbrücke“ zurück.