Du planst eine lange Reise. Du würdest dir doch vorher überlegen, wie viel Geld du brauchst, oder? Mit deiner Rente ist es ähnlich.
Nur dass die Reise mehrere Jahrzehnte dauert. Die gute Nachricht: Du musst kein Mathegenie sein, um deinen Bedarf zu kalkulieren.
Mit ein paar simplen Schritten kommst du deiner persönlichen Rentenlücke auf die Spur. Das Beste? Du nimmst deine finanzielle Zukunft selbst in die Hand und weißt genau, wo du stehst.

Schritt 1: Finde heraus, wie viel du im Alter brauchst
Wo fängst du an? Am besten bei dir selbst. Die zentrale Frage lautet: Welchen Lebensstandard will ich mir im Ruhestand leisten?
Eine praktische Faustregel besagt, dass du etwa 70 bis 80 Prozent deines letzten Nettoeinkommens brauchst, um deinen gewohnten Lebensstil zu halten. Warum weniger?
Weil Kosten wie Berufskleidung, Pendeln oder die Riester-Sparrate wegfallen können. Dafür steigen oft Ausgaben für Gesundheit, Hobbys und Reisen.
Nehmen wir an, du verdienst heute netto 3.000 Euro. Mit 80 Prozent landest du bei einem Ziel von 2.400 Euro in heutiger Kaufkraft. Das ist deine erste wichtige Zielmarke. Wie der Focus erklärt, ist diese Prozentregel ein solider Ausgangspunkt für deine Planung.
Schritt 2: Denke die Inflation mit – sonst trügt die Rechnung
Achtung, jetzt wird’s tricky! Die 2.400 Euro von heute sind in 20 oder 30 Jahren nicht mehr dasselbe wert. Die Inflation frisst schleichend an deiner Kaufkraft. Daher musst du deinen Bedarf auf deinen Rentenbeginn hochrechnen.
Gehen wir von durchschnittlich 2 Prozent Inflation pro Jahr aus. Aus deinen 2.400 Euro heutiger Kaufkraft werden in 25 Jahren schon rund 3.900 Euro, die du monatlich brauchst, um dir gleich viel leisten zu können. Klingt abstrakt?
Keine Sorge, Tools wie der Smart-Rechner nehmen dir diese Hochrechnung komplett ab. Du gibst einfach deine Zahlen ein, und er rechnet für dich.
Schritt 3: Zähle alle Einnahmen zusammen, die auf dich warten
Jetzt wird es konkret: Was kommt bereits an Einkünften auf dich zu? Nimm alle Puzzleteile zusammen:
- Gesetzliche Rente: Deine jährliche Renteninformation der Deutschen Rentenversicherung gibt dir eine Prognose. Sie ist die Basis.
- Betriebliche Altersvorsorge (bAV): Frag in deiner Personalabteilung nach, ob du Anwartschaften auf eine Betriebsrente oder aus einer Direktversicherung hast.
- Private Vorsorge: Das ist alles, was du selbst aufgebaut hast: Riester- oder Rürup-Verträge, private Rentenversicherungen, ETF-Sparpläne, Mieteinnahmen oder Kapitalerträge. Einen umfassenden Überblick über private Möglichkeiten bietet auch Nicohüsch.
Schritt 4: Die magische Formel – so berechnest du deine Rentenlücke
Jetzt kommt der große Vergleich, und die Formel ist simpel:
(Hochgerechneter Monatsbedarf) – (Summe aller monatlichen Alterseinkünfte) = Deine monatliche Rentenlücke.
Das ist die Zahl, die dir schlaflose Nächte bereiten oder dir die nötige Motivation zum Sparen geben kann. Diese Lücke musst du schließen.
Wie umfangreich das Thema ist, zeigt auch dieser Artikel von Finanztip. Um es dir einfach zu machen, nutze einen der vielen Online-Rechner, wie den vom R+V oder von Clark. Dort trägst du deine Daten ein und erhältst sofort eine realistische Einschätzung.
Schritt 5: Leite daraus deine Sparrate ab
Die Lücke zu kennen ist der erste Schritt. Sie zu schließen, der entscheidende. Aus der monatlichen Lücke wird nun berechnet, welchen Kapitalstock du bis zum Rentenbeginn ansparen musst.
Das hängt von Faktoren wie deiner verbleibenden Ansparzeit, der erwarteten Rendite und der geplanten Auszahlungsdauer ab.
Hier kommen kluge Investments ins Spiel. Mit einem ETF-Sparplan und einer angenommenen Rendite von beispielsweise 4 bis 6 Prozent p.a. brauchst du eine deutlich geringere monatliche Sparrate, als wenn das Geld nur auf dem Tagesgeldkonto liegt. Experten wie die B-K-Consulting betonen, wie wichtig diese strategische Planung ist.
Probiere einfach verschiedene Szenarien in einem ETF-Sparrechner aus. Du wirst überrascht sein, wie machbar die Vorsorge sein kann, wenn du früh genug beginnst.