Hast du dich als Kind nicht auch gefragt, wie es wohl gewesen wäre, einem echten Dinosaurier gegenüberzustehen? Diese faszinierenden Tiere haben die menschliche Fantasie seit ihrer Entdeckung nicht mehr losgelassen.
Dinosaurier dominierten unseren Planeten für einen unvorstellbar langen Zeitraum, von der Oberen Trias vor rund 235 Millionen Jahren bis zur Kreide-Paläogen-Grenze vor etwa 66 Millionen Jahren.

Das ist so viel länger, als es uns Menschen überhaupt gibt, dass man es sich kaum vorstellen kann. Aber welche Dinosaurierarten gab es eigentlich, wie hat man sie eingeteilt, und welche Charaktere stechen bis heute als echte Stars der Urzeit heraus?
Wie viele Dinosaurierarten gab es überhaupt?
Die Antwort auf diese Frage ist ehrlich gesagt ziemlich verblüffend. Heute sind ungefähr 700 Dinosaurierarten wissenschaftlich beschrieben, und die tatsächliche Zahl war vermutlich deutlich höher. Manche Quellen sprechen sogar von über 2000 bekannten Gattungen.
Zum Vergleich: Heute sind etwas mehr als 5000 Säugetierarten bekannt. Die Dinosaurier hatten also eine beeindruckende Artenvielfalt, die sich über Jahrmillionen hinweg immer weiter entwickelte und an die jeweiligen Lebensräume anpasste.
Die Forschung entdeckt dabei regelmäßig neue Arten. Wissenschaftler werten Versteinerungen aus, analysieren Knochen, Zähne und sogar versteinerten Kot, sogenannte Koprolithen, um mehr über das Leben dieser Tiere herauszufinden.
Eine vollständige Übersicht über alle bekannten Arten und ihre Einordnung findest du bei Dinodata.de mit einer umfangreichen Übersicht aller Dinosaurierfamilien und ihrer Klassifizierung sowie bei Dino-Fakten.de mit vielen Steckbriefen zu bekannten Arten.
Die zwei großen Hauptgruppen: Echsen- und Vogelbeckendinosaurier
Wissenschaftler unterscheiden Dinosaurier zunächst nach einem einzigen, aber entscheidenden Merkmal: der Form des Beckenknochens. Daraus ergeben sich zwei große Hauptgruppen, die alles andere bestimmen.
Die Echsenbeckendinosaurier (Saurischia) umfassen sowohl Fleischfresser als auch Pflanzenfresser. Zu ihnen gehören die Theropoden, also die zweibeinigen Fleischfresser wie der Tyrannosaurus rex und der Velociraptor, sowie die Sauropodomorphen, also die mächtigen Langhalsdinosaurier wie Brachiosaurus und Diplodocus. Interessant dabei: Die frühen Sauropodomorphen waren ursprünglich keine reinen Pflanzenfresser, sondern Allesfresser. Erst im Laufe der Evolution entwickelten sie sich zu den vegetarischen Riesen, die wir heute kennen.
Die Vogelbeckendinosaurier (Ornithischia) hingegen waren ausnahmslos Pflanzenfresser. Ihre gezackte Zahnstruktur ist eindeutiger Beleg für eine pflanzenbasierte Ernährung. Zu dieser Gruppe gehören gepanzerte Dinosaurier wie der Ankylosaurus, gehörnte Dinosaurier wie der Triceratops, plattentragende Dinosaurier wie der Stegosaurus sowie die Ornithopoden. Eine detaillierte Erklärung beider Hauptgruppen inklusive Untergruppen bietet Studyflix in seinem Artikel zu Dinosaurierarten mit anschaulichen Grafiken.
Theropoden: Die gefürchteten Jäger der Urzeit
Innerhalb der Echsenbeckendinosaurier verdienen die Theropoden eine besondere Erwähnung. Sie waren zweibeinig, liefen also auf ihren Hinterbeinen, und waren in der Regel Fleischfresser mit scharfen Zähnen und gefährlichen Klauen. Ihre spitzen, geschwungenen und klingenartigen Zähne mit winzigen Verzahnungen ähneln denen moderner Warane, was Rückschlüsse auf ihr Jagdverhalten erlaubt.
Der berühmteste Theropode ist zweifellos der Tyrannosaurus rex. Er stand an der Spitze der Nahrungskette und hatte vermutlich keine natürlichen Feinde. Seine bis zu 30 Zentimeter langen Zähne waren stark genug, um Knochen zu zermalmen. Sein Lebensraum lag in Nordamerika, wo er in den letzten drei Millionen Jahren der Kreidezeit lebte.
Noch eine überraschende Tatsache: Vögel gelten heute aus kladistischer Sicht als direkte Nachfahren kleiner Theropoden. Das bedeutet, die Dinosaurier sind nicht vollständig ausgestorben. Sie zwitschern noch heute in deinem Garten.
Fleischfresser, Pflanzenfresser, Allesfresser: Wer aß was?
Die Ernährung der Dinosaurier war so vielfältig wie ihre Körperformen. Tatsächlich ernährten sich zwei Drittel aller Dinosaurier nur von Pflanzen. Das ist eine Zahl, die viele überrascht, weil wir Dinosaurier oft mit reißenden Zähnen und blutigen Jagdszenen verbinden.
Pflanzenfresser entwickelten über Jahrmillionen spezialisierte Anpassungen: flache Mahlzähne zum Verarbeiten von Blättern und Farnen, lange Hälse um hohe Bäume zu erreichen und gewaltige Verdauungssysteme für die energiearme pflanzliche Kost. Der Brachiosaurus etwa benötigte täglich rund 700 Kilogramm Grünfutter, um seinen massigen Körper zu versorgen. Einige Sauropoden schluckten dazu sogar Steine, sogenannte Gastrolithen, vermutlich um die Nahrung im Magen zu zerkleinern.
Fleischfresser hingegen waren mit kräftigen Kiefern, scharfen Zähnen und gebogenen Klauen ausgestattet. Die großen Raubtiere wie Allosaurus oder Tyrannosaurus rex jagten allein, während kleinere Arten wie der Velociraptor in Gruppen unterwegs waren und sich im Gebüsch tarnten. Einige Fleischfresser fraßen auch Aas, also bereits tote Tiere.
Allesfresser bildeten eine flexible Mittelgruppe. Oviraptoren etwa knackten mit ihrem papageienähnlichen Schnabel die Eier anderer Dinosaurier auf und fraßen harte Früchte. Die frühen Sauropodomorphen begannen ihre evolutionäre Reise als Allesfresser, bevor sie sich zur reinen Pflanzenkost entwickelten. Alle Details zur Ernährung der Dinosaurier und wie Forscher sie rekonstruieren erklärt Dinodata.de in einem ausführlichen Artikel zur Ernährung der Dinosaurier.
Die bekanntesten Dinosaurierarten im Steckbrief
Ein Artikel über Dinosaurier wäre unvollständig ohne die echten Stars der Urzeit. Hier sind die bekanntesten Arten mit den wichtigsten Fakten.
Der Tyrannosaurus rex ist der wohl berühmteste Dinosaurier aller Zeiten. Zweibeinig, massig, mit winzigen Armen und einem unvorstellbar kräftigen Kiefer. Er lebte vor etwa 68 bis 66 Millionen Jahren in Nordamerika und war der größte landleuende Fleischfresser seiner Zeit.

Der Triceratops war ein mächtiger Pflanzenfresser mit drei Hörnern am Kopf und einem großen Knochenschild im Nacken. Sein Name bedeutet übersetzt so viel wie Dreihorngesicht. Trotz seines bedrohlichen Aussehens ernährte er sich ausschließlich von Pflanzen und setzte seine Hörner zur Verteidigung ein.

Der Brachiosaurus gehörte zu den größten Tieren, die je auf der Erde lebten. Sein langer Hals ermöglichte es ihm, Nahrung in Baumkronen zu erreichen, die für andere Dinosaurier unerreichbar waren. Ein ausgewachsenes Tier konnte über 25 Meter lang und mehr als 50 Tonnen schwer werden.

Der Stegosaurus ist sofort an seinen markanten Knochenplatten auf dem Rücken zu erkennen. Ihre genaue Funktion ist bis heute nicht vollständig geklärt, vermutlich dienten sie zur Temperaturregulierung oder als Kommunikationsmittel. Sein Schwanz war mit gefährlichen Stacheln bewehrt.

Der Velociraptor war kleiner als sein Filmauftritt in Jurassic Park vermuten lässt, dafür aber ein schneller und geschickter Jäger mit sichelartigen Klauen. Er gehörte zu den Theropoden und war eng mit den Vorfahren heutiger Vögel verwandt.

Der Ankylosaurus war wie ein lebender Panzer. Sein gesamter Körper war von knöchernen Platten bedeckt, an den Seiten saßen Stacheln, und am Schwanzende befand sich eine schwere Knochenkeule, mit der er sich selbst gegen große Fleischfresser wirkungsvoll verteidigen konnte. Er selbst ernährte sich nur von Pflanzen.

Der Spinosaurus überragte sogar den T-Rex in der Größe und war möglicherweise der größte fleischfressende Dinosaurier überhaupt.Sein unverwechselbares Rückensegel bestand aus verlängerten Rückenwirbeln. Besonders interessant: Er ernährte sich wahrscheinlich zu einem großen Teil von Fischen und hielt sich regelmäßig im Wasser auf.

Eine vollständige ABC-Liste aller bekannten Dinosaurierarten nach Gattung findest du auf der Dinosaurier-Interesse-Seite mit dem umfangreichen Dinosaurier-ABC.
Was keine echten Dinosaurier waren: Der wichtige Unterschied
Hier kommt ein Punkt, der häufig für Verwirrung sorgt. Flugsaurier wie der Pterodactylus oder der riesige Quetzalcoatlus waren keine Dinosaurier, auch wenn sie zur gleichen Zeit lebten.
Sie gehören zu einer verwandten, aber eigenständigen Gruppe der Archosaurier. Ebenso sind Meeressaurier wie der Plesiosaurus oder der Mosasaurus keine Dinosaurier, sondern eigenständige Reptiliengruppen.
Dinosaurier lebten ausschließlich an Land und bewegten sich mit einem aufrechten Gang, bei dem die Beine senkrecht unter dem Körper standen.
Das unterscheidet sie auch von anderen Reptilien. Diese wichtige Abgrenzung erklärt Timeride.de in einem anschaulichen Artikel zu Dinosaurierarten und ihrer Geschichte, der auch für Kinder und Jugendliche leicht verständlich aufbereitet ist.
Wie lebten Dinosaurier zusammen?
Lange Zeit stellte man sich Dinosaurier als Einzelgänger vor. Doch die Forschung der letzten Jahrzehnte hat dieses Bild gründlich korrigiert. Viele Dinosaurierarten lebten in Herden, ähnlich wie heutige Bisons oder Springböcke.
Ein Massengrab von Maiasaura in Montana enthält die Überreste von mindestens 10.000 Individuen. Sauropodenspuren aus England zeigen, dass diese Riesen sogar in gemischten Herden mit unterschiedlichen Arten wanderten.
Auch einige fleischfressende Arten jagten vermutlich gemeinsam in Gruppen, um größere Beute überwältigen zu können.
Wer diese faszinierende Welt aus erster Hand erkunden möchte, findet bei Sofatutor mit einem erklärenden Video zu den Dinosaurierarten einen unterhaltsamen Einstieg, auch für Schülerinnen und Schüler bestens geeignet.

